Auch ein erheblicher Teil der Autohändler, nämlich 77 % der 1.700 in Deutschland von „Autohaus“ befragten Händlern, sei der Ansicht, dass das derzeitige Geschäftsmodell gefährdet sei. Brachat geht davon aus, dass sich in Österreich im Verhältnis 1:10 ähnliche Ergebnisse ermitteln ließen. „Das hieße, wir haben keine Zukunft, wobei 60 % aller Neuwagen von Vertragshändlern und derzeit nur 10 % der Fahrzeuge über alle Kanäle des digitalen Vertriebs verkauft werden.“ Natürlich werde der digitale Vertrieb weiter wachsen „wenn es morgen 20 % sind, ist dies für den klassischen Handel aber noch nicht der Untergang“, so Brachat. „Des Weiteren werden 40 von 70 Mio. Werkstattaufträge von Markenhändlern abgewickelt. In diesem Zusammenhang muss auch das VW-Diesel-Desaster erwähnt werden. Wären da nicht die Händler vor Ort – wer soll das den Kunden gegenüber rechtfertigen und darstellen und wieder auf eine gängige Formel bringen?“ Darüber hinaus gebe es in Deutschland „130.000 persönliche Kundenkontakte pro Arbeitstag“, so Brachat. „Wir dürfen also die Flinte nicht gleich ins Korn werfen.“ Man brauche „auf jeden Fall neue Margensysteme und integrierte IT, die Ertragssäule Aftersales muss gestärkt und erhalten bleiben."
Im Online-Bereich gebe es Defizite. Dies betreffe den Internet-Auftritt, der als digitaler Schauraum auch einer Visitenkarte gleiche. „Er darf daher nicht schlechter sein als der Schauraum im Betrieb. Stück für Stück bekommt der Handel auch digitale Hilfsmittel für den Verkauf. Deshalb muss man sagen, dass in Zukunft mehr in Bytes und nicht in Beton investiert werden sollte.“
Weitere Details entnehmen Sie der AUTO-Information, Nr. 2453, die am 18. Jänner 2019 erscheint. •
