Unabhängig von parteipolitischen Werten und Vorlieben ist der aktuelle Verkehrsminister ein Glücksfall für die Autobranche. Bei der Pressekonferenz anlässlich der Vienna Autoshow am 9. Jänner hat sich Norbert Hofer klar zur individuellen Mobilität und gegen Fahrverbote ausgesprochen. Sogar der Forderung der Branche nach Abschaffung der NoVA hat er sich vorsichtig angeschlossen, bevor noch am selben Tag das Finanzministerium jegliche Überlegungen wieder dementiert hat.
Ein Rückgang des politischen und medialen Autobashings erleichtert der Branche das Leben, die Herausforderungen kommen momentan und in nächster Zukunft allerdings aus Brüssel. Mit WLTP, Real Driving-Emissions (RDE) und der NOx-Verschärfung wurde und wird die Angebotspalette der Hersteller ordentlich durcheinandergewirbelt. Dazu kommt die Senkung des Flottenverbrauches auf 95 CO2/km, die das Zulassungsbild 2020 massiv beeinflussen wird. Spätestens dann müssen die Hersteller eine entsprechende Zahl an Elektrofahrzeugen im Angebot haben. Umgekehrt ist zu erwarten, dass Modelle mit höherem CO2-Ausstoß noch Ende des Jahres angemeldet werden, um schon für 2020 weitestgehend „sauber“ aufgestellt zu sein. Aktuell geht die Bilanz den CO2-Emissionen aufgrund der Trends zum Benziner und zum SUV aber in die falsche Richtung.
Die Händler könnten diese Tendenzen freilich pragmatisch sehen. „Wir werden das verkaufen, was uns die Hersteller liefern und das, was die Kunden wünschen“, erklärt Komm.-Rat Ing. Klaus Edelsbrunner, Bundesgremialobmann des Fahrzeughandels, treffend. Bleibt also nur zu hoffen, dass sich dazwischen keine zu große Lücke auftut.
Für die Händler sind diese Entwicklungen bereits in der Zielerreichung 2019 und vor allem 2020 relevant. Denn verkauft werden muss auch, was der Importeur über Kurzzulassungen in den Markt drückt. Und verkauft werden kann nur, was auch geliefert werden kann. Hoffentlich bleibt da noch genug Platz für die Kundenwünsche.
