Wir von A&W möchten das Ausklingen des alten und den Anfang eines neuen Jahres dafür nutzen, um zu meinen, es solle das neue nicht schlechter als das ablaufende Jahr sein. Vermutlich wird es noch hektischer, noch unvorhersagbarer. Kommt doch die mit Glücksgütern weniger gesegnete Hälfte der Autonutzer nun zur Frage: Fahren oder nicht fahren dürfen? Mit Verbrennungsmotoren oder alternativen Antrieben? Alles ist möglich.

Hoffnungen und Ängste, eine EU-Administration könnte alle bisherigen Bestimmungen mithilfe uneinschätzbar gewordener Gerichte auf den Kopf stellen, scheinen begründet, schon zu tief und weit sind wir vorgedrungen zum Zeitpunkt, wo Umwelt und Wirtschaft sich gegenseitig mit ihren Argumenten erschlagen. Jüngst einigten sich die EU-Staaten in Brüssel auf weitere strengere Emissionswerte bis 2030 auf 37,5 % weniger CO2-Ausstoß. Diese Forderung kommt einem Kreuzstich gleich, der imstande ist, unsere Wirtschaft zu lähmen. Ist der Autoindustrie egal, was in Europa passiert, reicht es, die Produktion einfach nach China auszulagern? Das Schweigen der Autogranden macht stutzig: Reicht es ihnen, mit der Rüstungssparte das finanzielle Auslangen zu finden?

Ein anderer Gedanke hat da keinen Platz, denn jetzt schon werden Produktionen gekürzt, die Händlernetze eingedampft, Arbeitsplätze vernichtet. Wohlgemerkt in der Autowirtschaft! Dass auch Handels-, Möbel- und Lebensmittelketten, aber auch Online-Vermarkter ertragsmäßig abschmieren, kümmert unsere Weltretter nicht und die Industrie auch nicht.

2019 werden es 50 Jahre, wo Woche für Woche der nur im Abo erhältliche Insiderdienst der Autobranche, die AUTO-Information, erscheint. Stur in möglichst kurzen Texten begrenzt, schreiben wir, was in der Automobilwirtschaft Sache ist. Es hat sich in den Themen nicht wirklich viel geändert, lediglich die handelnden Personen. Der Autohandel war immer in Existenznot. Daran wird sich auch in nächster Zeit wenig ändern, selbst wenn alle Vehikel nur noch Weihrauch und Myrrhe verbreiten.

Wir Info-Leute haben es gut, salbungsvoll zu schreiben. Wir müssen nicht Millionen investieren, um den Vertrieb zu beschleunigen, nicht entscheiden, ob dieser oder jener Typ der aussichtsreichste sei, ins Herz einer Käuferschar blicken, die daraus oftmals eine Mördergrube macht, aus der die Überraschungen kommen.

Der politisch verordnete Kreuzstich darf nicht zum Mordversuch an einer bislang funktionierenden Wirtschaft ausarten. Aber wer will schon den Tod zu Ende denken ...

Auch 2019 werden wir ohne seelenloses Online-Getöse von Menschen und Entwicklungen berichten, Ihnen vorher jedoch zum Jahresausklang als Ganzes stets zu Diensten stehendes Redaktionsteam eine schöne Weihnacht und ein erfolgreiches, ertragreiches neues Jahr wünschen. •