Dramatische Zahlen werden veröffentlicht, der Umwelttod steht uns im Nacken, keine Gefahr ist größer als der CO2-Ausstoß. Und jetzt lese ich das ORF online: Die Nachrüstung der Wiener U6-Garnituren mit Klimaanlagen geht voran. Die Hälfte der 144 Waggons ist bereits mit Klimaanlagen ausgestattet, jetzt folgt die andere Hälfte. Bis Ende 2020 soll die Umstellung laut Wiener Linien abgeschlossen sein.

Das ist Service zulasten unserer Umwelt. Wir heizen die Öffis auf, um sie beim ständigen Türenöffnen wieder zu durchlüften. Nun warte ich nur noch darauf, dass die Fahrräder beheizbare Lenker und Sitze bekommen müssen, damit v.a. unsere Grünen, die wir uns erst alle mal leisten können müssen, auf ihren teuren Radwegen nicht frieren müssen.

Ich kann mich noch gut an das Waldsterben erinnern und an die Autobahnen mit ihren wuchernden grünen Trennstreifen, die durch Betonwände ersetzt wurden. Jeder Baum in der Stadt musste registriert werden. Jahre danach redet keiner mehr davon, die Wälder werden unter Wegschauen der Waldschützer abgeholzt, weil Sicherhit ihnen vor alles geht. Inzwischen werden Straßen durch den Wienerwald in breiten Schneisen von den Bäumen gesäubert, damit bei Sturm und Schnee kein Ast mehr auf die Fahrbahn fallen kann. Anders ausgedrückt: Die Forstbetriebe verkaufen das teure Holz an die Verpackungsindustrie, weil Amazon & Co. sie für ihre Paketwirtschaft benötigen. Die Grünen schauen zu und fordern Verkehrsentlastung. Zuerst wurden die Straßen gegenläufig geführt, dann die Fahrbahnen eingeengt und die verbliebenen Parkplätze zusätzlich mit Baustellengehegen verringert. Auf dem Land löst sich die Eigenversorgung auf und die dadurch arbeitslosen Menschen müssen immer weiter zu ihren Arbeitsplätzen pendeln, sollen aber nicht in die Städte gelassen werden. Und die vielen durch mangelnde Pflege gestorbenen Bäume in den Straßen werden durch japanische Sträucher ersetzt, weil es billiger sein soll.

Man kann es drehen und wenden, wie man will, grün reden und verschwenderisch auf der Bio-Wolke schweben, wird uns auf Dauer nicht weiterhelfen. Schon gar nicht bei weiter sinkenden Realeinkommen.

Also gehen wir weiter auf das Auto los, weil es Batterien braucht. Blöd nur, dass alternativ betriebene Fahrzeuge den gleichen Raum benötigen wie Benzin- oder Dieselfahrzeuge. Die Politik reizt die Geduld der Bevölkerung so lange aus, bis sich die Protestbewegung mit ihren gelben Warnwesten, übrigens in jedem Auto Mitführpflicht, auch auf unseren Straßen bemerkbar machen wird. Über Gebühr strapaziert, sind sie schnell zur Hand, um sich gegenüber der herrschenden Politik aufmüpfig zu zeigen. Dann werden Milliarden Euro an Versprechen nichts nützen, den Zorn der Bevölkerung wieder einzufangen.

Ich habe bewusst diese Worte gewählt, weil noch so strenge CO2-Wertevorgaben der EU samt synchroner Bußgelder unser Umweltproblem nicht lösen werden. Schön langsam beginnt der Bevölkerung ein Licht aufzugehen, dass lediglich Konzerne den Reibach machen und die Menschen unter dem Siegel des Klimaschutzes ausgenommen werden. Sollte eine dunkle Macht von heute auf morgen bei den vielen Satelliten über uns im Weltraum den „Stecker“ ziehen, wird es dunkel rund um uns und unsere autonomen Gedanken rasch wieder versuchen müssen, sich an Realszenarien zu organisieren. Wenn lebenserschwerende Funktionen entfallen, wird die Bevölkerung zum Disruptor und steigt auch in eine nicht klimatisierte Eisen- oder Trambahn ein!