Die Autohändlergemeinschaft verurteilt die Hersteller samt ihren Importeuren immer wieder wegen immer schlechter werdenden Bedingungen. Dabei sprechen die meisten vom besten Geschäftsergebnis überhaupt. Wie passt das zusammen?
Die rabiatesten Zielerreichungspläne im Neu- und Gebrauchtwagenhandel übertroffen, Service picobello und auch der Außenauftritt lässt beim Kunden keine Wünsche offen. Es rennt beim heimischen Autogeschäft. Trotzdem sehen sich viele in der Autohändlergemeinschaft in ihrer Existenz bedroht.
Die Vertriebsnetze werden weitmaschiger gesponnen und an den Erlösen heftig nach unten geschraubt. Investitionssicherheit wird zum Fremdwort in den Partnergesprächen.
Vor dem fundamentalen Wandel in der Kfz-Wirtschaft verschließen kaum noch Unternehmer die Augen. Sie diskutieren laut und schreien nach Verbandsunterstützung, gegen den mächtigen Hersteller treten sie nicht an. Den lassen sie gewähren, wie er sich trickreich in den Konzepten diese Veränderungen gestaltet.
Laut Umfragen bestens beleumundeter Marktforschungsinstitute sehen sich drei Viertel der Befragten bis 2025 dramatisch negativen Veränderungen ausgesetzt und nur die Hälfte fühlt sich für den Wandel gerüstet. Beim Onlinevertrieb überlässt man weitgehend dem Hersteller das Handeln. Da wundert es nicht, dass sich 4 von 5 Händler durch Direktvertriebsplanungen der Hersteller bedroht fühlen. Unabhängige Verkaufsplattformen fördern zusätzlich diesen Angstzustand. Der Wandel vom klassischen Händler- zum Agenturmodell ist fließend, ebenso der zum Mobilitätsdienstleister.
Der Autohandel hat viele Gesichter. Mal zeigt er sich laut, wie bei den jüngsten Vorfällen bei Peugeot. Mal zeigt er sich leise. Er ist aber stets gleichermaßen gefährlich. Die Ergebnisse im Veränderungsprozess in der grenzenlosen Wirtschaftswelt unserer Zeit sind beunruhigend und zeigen, dass die Sorge in der heimischen Autohandelsgesellschaft wächst. Zudem baut sich politisch gewollt in der Öffentlichkeit eine Antiautostimmung auf, die die Produktionsraten der Fabriken sinken lässt. Alternativen wie die E-Mobilität sind nicht kompensationsfähig.
Wenn am Jahresende die Jubelstimmung wieder alle Tagesprobleme überdeckt, die Branche der Öffentlichkeit schöngeredet wird, dann wirkt das kontraproduktiv auf die Nachhaltigkeit unserer Kfz-Betriebe. Der Dieselskandal war schon Vorbote für das, was darauf noch folgen kann.
Heute ist salonfähig geworden, dem klassischen Automobil die Existenzberechtigung abzusprechen. Daran wird auch die polemisch geführte Klimakonferenz im polnischen Kattowitz nichts ändern, die nur gängige antiautomobile Stereotype bedient. Dabei ist klar: Ohne Auto geht auch die nächsten Jahrzehnte gar nichts. Jede andere Entwicklung würde schnurgerade in unser aller Verderben führen.
Also wünschen wir unseren heldenhaften Unternehmern im Autohandel noch viele Jahre des ungebremsten wirtschaftlichen Erfolges. Die Konzerne werden sich freuen, sich an deren Erfolgen zu delektieren. Wir beobachten das aus nicht allzu weiter Ferne. Eines darf an dieser Stelle angenommen werden. Auch 2019 wird es – wie 2018 – wieder ein Zulassungsplus geben. Es ist ja alles nur eine Frage der Perspektive. •
