Der engagierte Händlersprecher aus dem steirischen Fehring setzt sich qualifiziert diszipliniert für die Markeninteressen ein und ist selbst bestes Beispiel eines erfolgreichen Vertriebspartners. Gemeinsam mit 6 Kfz-Partnern schafft er in der oststeirischen Vertriebsregion den doppelten österreichischen Marktanteil der Löwenmarke.
Peugeot baut traumhafte Autos, entwickelt jedoch auch grauenhafte Vertriebsmethoden. Was die Hersteller im total überfrachteten Markt alles vermurksen, lasten sie den Händlern an. Basismargen werden gekürzt, um zum Beispiel in E-Autos zu investieren. Die Erfolgsaussichten sind schwer einschätzbar.
Im Gegenzug sollen die treuen Vermarktungspartner – der Name Kalcher steht seit 51 Jahren (!) für die Marke Peugeot – mit einer Art „abgasorientierten Qualitätsmarge“ abgespeist werden. Auf gut Deutsch sollen die Händler für politisch verordnete Umweltauflagen blechen.
Um dieses Ziel umzusetzen, wird zunächst der Markensprecher mundtot gemacht. Ein „Echo der Zeit“ mit fatalen Auswirkungen auf andere Markensprecher, die der Gerechtigkeit willen um ihre Existenz fürchten müssen. Argwöhnisch betrachtet, könnte hinter Kalchers Hinauswurf aus dem Peugeot-Vertriebsnetz die Destabilisierung der bisherigen Vertriebsordnung stehen.
Das Fatale daran: Direktvertrieb und Online-Hype in real sinkenden Automärkten bringen auch andere Marken auf den Plan. Der Flächenbrand im Markenhandel ist entfacht.
Aber das ficht die Autohersteller (noch) nicht an. Ende 2018 werden wieder Höchstwerte die Neuzulassungsstatistik zieren.
Aber es kommt noch krasser: Ein Jaguar- und Land Rover-Händler sistiert seine Investitionspläne. Es rechnet sich nicht! Weil die Entwicklung satirisches Potenzial hat, kommt auch noch der Gerhard Lustig daher und macht unter dem Deckmäntelchen der Ironie schamlos Werbung für das Treiben der Hersteller. Das merkt der Mann im roten Sakko und nimmt in Kauf, von Herstellern instrumentalisiert zu werden. •
