Neulich beim 11. A&W-Tag und jetzt beim „bierigen“ Saisonausklang im Wiener Schweizerhaus redeten gut zwei Drittel von Geschäftserfolgen, dass die Türen in den Betrieben nicht zugingen. Das freut natürlich mein Gemüt als Branchenberichterstatter. Als langjähriger Szenebeobachter findet sich aber eine zweite Auslegung der Sachlage. Autohaus und Werkstatt sind gleichermaßen mit dem saisonbedingten Reifenwechsel beschäftigt und wirklich tüchtige Werkstattbetreiber verzeichnen gute Geschäfte. Die reine Werkstattauslastung lässt vielfach zu wünschen übrig. Was ab November 2018 und über den Winter, so er temperaturmäßig stattfindet, passiert, wird geflissentlich ausgeblendet.
Hört man den Gesprächspartnern genau zu, brauchen sie gar keine Interessenvertretung. Alles ist easy!
Bei der jüngsten Bundesinnungssitzung wurde der neue BIM gekürt und der alte in Ehren verabschiedet. Was mit der Branchenwirklichkeit jedoch wenig zu tun hat.
Vielmehr driften die Interessen der Markenwerkstätten und freien Kfz-Betriebe weiter auseinander. Insbesondere in der Frage Fremdmarkeneintäusche reparieren bzw. instand setzen zu können, ist der Zusammenhalt der Markenbetriebler überschaubar. Da hilft sich der Betriebsverantwortliche auf informeller Ebene oder bedient sich Beschaffungsorganisationen wie Birner, Derendinger, Stahlgruber, WM usw. Die wiederum buhlen um jeden funktionierenden Kfz-Betrieb mit Zugeständnissen vieler Art. Eigentlich ist das wieder eine recht komfortable Situation.
Tatsache ist aber auch ein stetig rückläufiges Reparatur- und Servicevolumen. Besonders freie Werkstätten geraten dadurch zunehmend unter Druck.
Georg Ringseis, als für die Interessen der freien Werkstätten von der Bundesinnung nominierter LIM, ist ein glückliches Händchen bei der Umsetzung einer tragfähigen Datenbeschaffungslösung zur Reparatur und Wartung von Fremdfahrzeugen zu wünschen.
Kluge Markenwerkstätten wiederum schaffen sich durch Flexibilität unter der Fuchtel ihrer Haupthändler jenen nötigen Freiraum, um unternehmerisch länger überleben zu können.
Summa summarum endet diese Betrachtung wieder darin, keine Verlierer zu kennen. Außer man liest regelmäßig die Insolvenznachrichten oder Berichte über Firmenübernahmen. Ein herrliche Scheinwelt ist das. •
