Das zahlreich anwesende deutsche Händler- und Servicepublikum, garniert mit ein paar Autohändlern aus Österreich, lauschte den Vorträgen und bekam abseits der etablierten Meinungsmacher zu hören, dass alles im Wandel ist.

Technisch und politisch sowieso. Zurück auf dem Podium blieben massenhaft Fragezeichen. Aufgeworfene 10 Thesen über Sein oder Nichtsein der vornehmlich deutschen Autoindustrie führen ebenso wenig zur Neuorientierung wie die neuen Geschäftsmodelle im Automobilvertrieb, wie sie vom Kölner Branchenanwalt Uwe Brossette, der maßgeblich an der Werdung der neuen Volkswagen-Händlerverträge beteiligt war, als Chance für den Handel in der Überschrift mit einem Ruf- und Fragezeichen in die Klammer gesetzt wurden.

Die digitale Mobilitätsrevolution, die Prof. Andreas Knie in seinem Buch als Taumeln der Giganten beschreibt, ist lustig anzuhören.

Konkrete Umsetzungsmodelle im morbiden Marktumfeld sind Mangelware und daran werden auch neue Händlerverträge nichts ändern. Sie werden sich maximal zugunsten der Vertragsgeber auslegen lassen.

Was Hersteller und Händler verbindet, ist die Suche nach der dauerhaft erfolgreichen Renditeformel. Das unaufhörliche Dramatisieren des Transformationsprozesses für neue Mobilitätssysteme ist die Begleitmusik dazu.

Dabei hängt alles an der künftigen Entwicklung vom politischen Willen global zerstrittener Regierungen ab. Ohne Autosteuern wird sich weder die Künstliche Intelligenz samt ihren Robotern noch der politische Wille finanzieren lassen. Die Autobauer machen also weiter wie bisher, nur Tesla-Wunderwuzzi Elon Musk kann und macht alles besser. Die etablierten Autobauer mögen taumeln, im entscheidenden Augenblick lässt sich dieser gigantische Wirtschaftszweig nicht die Butter vom Brot nehmen.

Währenddessen blickt der heimische Autohandel lustwandlerisch auf die durch WLTP genötigten Neuzulassungszahlen. Ab Oktober 2018 werden sich die Nebel lichten und sich so manch bereits geschaufeltes Grab für gestrauchelte Unternehmer auftun.