Deshalb fordert Burkhard Ernst, Wiens oberster Fahrzeughändlervertreter in der Wirtschaftskammer, als Gegenleistung für die neuerlich geschröpften Autofahrer eine Ökoprämie – Altfahrzeuge mittels Prämienanreizes gegen umweltfreundliche Neuwagen zu ersetzen.
Ing. Josef Schirak, Österreichs Sprecher des Fahrzeughandels in der WKÖ, lehnt dieses Ansinnen ab und verweist darauf, dass sich bereits bei der Erstauflage Importeure und Handel das alles selbst finanziert haben und das für den Staatshaushalt aufkommensneutral war.
Die Hersteller/Importeure-Allianz „putzt sich ab“ und schanzt die Schuld der ab 1. September 2018 – nicht 2019! – teils happigen Pkw-Neuwagen-Preiserhöhungen durch die NoVA-Neuberechnung den Politikern zu. Sie hätten ja die Fahrzeugpreise nicht erhöht, sondern der neue Finanzminister Hartwig Löger.
Der in sich uneinige Autohandel bekommt ab Herbst 2018 die neue Rechnung vom Kunden quittiert, auch wenn einige Offizielle das als Lappalie abtun.
Einigkeit im Autohandel schaut anders aus. Die Regierung macht wie sie will und treibt den Fahrzeughandel nach Belieben vor sich her. Der kann – Hitze hin, Sommerloch her – seine eigene Macht nicht richtig einschätzen.
Noch sind Gusto und Ohrfeigen verschieden: Während Schirak der Logik folgend das Ansinnen von Ernst als „Kuhhandel“ ablehnt, glaubt Ernst in einer sofortigen Wiederholung der Öko-Eintauschprämie einen Ausgleich zu finden.
Demnach sollen Konsumenten beim Erwerb eines Neufahrzeuges und gleichzeitiger Rückgabe und Verwertung des alten Pkw mit schlechterer Abgasnorm einen staatlich geförderten Bonus in Höhe von 1.500 € bekommen.
Die Ökoprämie, so Ernst, würde nicht nur den Autofahrer entlasten, sondern darüber hinaus einen wesentlichen Beitrag zum Umweltschutz leisten, da die hohe Anzahl von 650.000 Autos, die lediglich der Abgasklasse Euro 2 oder schlechter entsprechen, auf Österreichs Straßen reduziert werden kann. Ein Fahrzeug, das der Abgasnorm Euro 1 entspricht, schleudert so viele Feinstaubpartikel in die Luft, wie 36 neue Euro 5-Fahrzeuge. Dieses inhaltlich richtige Argument interessiert jedoch die Politik nicht und die „grün“ orientierte Öffentlichkeit schon gar nicht.
Auf Dauer werden das die Konsumenten, die ja beispielsweise auch bei Mieten, Lebensmittelpreisen und Sozialeinrichtungen ordentlich geschröpft werden, „not amusing“ finden. Keiner in der Branche achtet darauf, welchen Einfluss derart kaltschnäuzige „Steuerlügen“ auf populistische Politik hat. Daher muss man Kurz, Löger und Co. mit spürbarem Protest klarmachen, welchen Schaden sie anrichten und weiter anrichten können. Ein Trillerpfeifen-Protest wie beim 12-Stunden-Arbeitszeitthema wird spätestens vor dem Regierungsviertel an den Pollern und Absperrungen ungehört verhallen.
Egal, was unsere „blauäugigen“ Fahrzeugvertreter bis dahin mit der Politik noch aushecken werden, die Zeche zahlen allemal wir Steuerzahler. •
