Der Reihe nach: Die einen zahlen Mrd. € Bußgelder, die anderen werden von den Galliern auseinandergenommen und dennoch werden von Halbjahr zu Halbjahr Halbjahr-„Best-ever“-Meldungen serviert. An der Händlerbasis schaut diese Welt anders aus. Da wird an allen Ecken und Enden gespart und die Renditen bewegen sich meilenweit entfernt von jenen der börsennotierten Giganten. Aber egal, welche Mehrfachbelastungen auf die Autowirtschaft einwirken, unsere Branche kennt nur den Erfolg. Amerikas Wunderwuzzi Elon Musk eiert mit Tesla die finanzielle Fieberkurve rauf und runter. Die Medien schreiben artig ab, wie sich die Globalplayer im Halbjahrestakt verjüngen, flexibilisieren und finanziell auf Kosten der Käuferwelt gesund stoßen.

 

Nun soll an dieser Stelle ja auch jeder wirtschaftliche Erfolg abgebildet werden. Dennoch befällt einem das Gefühl auch in diesem heiklen Wirtschaftsgeflecht vor Fake News nicht gefeit zu sein. Sensationell, wie das die FCOs der Konzerne schaukeln: Die Integration von Opel in den PSA-Konzern bringt die bislang schwer defizitären Rüsselsheimer Autobauer vor Tagen noch in Existenznot und plötzlich stehen 5 % Rendite in den Zwischenbilanzen. Prompt fordert Tavares 8 %. Auf der anderen Seite müssen Opel-Vertriebspartner bis zur Vereinheitlichung doppelte IT-Kosten fürchten und gleichzeitig werden ihnen die Margen weiter reduziert.
Politisch unterliegt die gesamte Autowirtschaft der Kritik und das private Eigentum Auto leidet an Schwindsucht. Dennoch singen alle das Lied des Erfolges – der Elektrifizierung, dem autonomen Fahren oder dem Sharing wie auch immer zum Trotz.

 

Aber halt: Werbung für die Produkte wird künftig, folgt man einem japanischen Marketingeinfall, in die Achselhöhlen hübscher Damen und Herren geklebt, um in den öffentlichen Verkehrsmitteln auf die Mobilität aufmerksam zu machen. Man will sich gar nicht mehr den nächsten Gag mit dem Schritt ausmalen. Passenderweise heißen sie Fake Tattoos. Das stinkt genauso zum Himmel wie viele lancierte Pressemeldungen der Konzerne, die x-beliebig ihre Nachrichten in die weite Welt jagen. •