Ja, E-Mobilität hat sicher ihre Berechtigung, aber sie wird wohl nicht der unumstößliche Heilsbringer sein, wie uns oftmals versprochen wird. Dass wir noch weit weg vom Durchbruch sind, zeigt ein Blick auf die Zulassungszahlen, die zwar gestiegen sind, aber auch mit Tageszulassungen angereichert wurden. So versucht Renault Wien auf Facebook gerade mit ZOE-Leasingangeboten Tageszulassungen aus 2017 abzusetzen. Oder Kia, wo von 62 im 1. Halbjahr 2018 zugelassenen Soul EV 23 Stück nur für einen Tag zugelassen waren, wie die Statistik zeigt. Wird auch hier eine Aktion vorbereitet? Oder hat man bei den Bestellungen zu optimistisch kalkuliert?
Optimistisch startete auch das „Stadtauto“ als Zip-Car-Nachfolger. Nachdem das Angebot noch sehr überschaubar angenommen wird, so hört man, wird nicht nur daran gedacht, die Tarife anzupassen – den Kundenwünschen entsprechend wohl nach unten –, sondern auch zusätzliche Modelle anzubieten: Der Hyundai Ioniq Hybrid scheint im Programm zu eintönig; die Kunden gieren nach Alternativen. Eine Chance, die Importeurs-Lager leer zu bekommen? 39 Standplätze will greenmove – „Stadtauto“-Betreiber – bis September 2018 bestücken.
Wie es mit der E-Mobilität tatsächlich weitergeht, könnte sich schon im Herbst 2018 entscheiden. Nicht nur, dass die Strompreiszonentrennung mit Deutschland endgültig durchschlägt und Strom teurer wird – in unserer „AUTO-Information“ haben wir bereits von kommenden Erhöhungen bei Verbund, Wien Energie, EVN und Energie Burgenland berichtet –, wird über eine neue Kostenverteilung der Netzkosten spekuliert: Für jene „Geräte“, die in kurzer Zeit viel Strom aus dem Netz ziehen – neben Ladestationen auch Whirlpools und Saunen –, sollen die Nutzer künftig deutlich mehr zahlen. Dann wird dies spürbare Auswirkungen auf den TCO-Vergleich haben und etwa Flottenmanager, die schon jetzt äußerst knapp kalkulieren müssen, womöglich den Stecker ziehen! •
