Die traditionelle Verkaufsmesse ist passé und es sind mehr Jäger zur Erstauflage der Tire Cologne gekommen als Hasen. Gut sichtbar wurde dieser Zustand bei diversen Standpartys, wo sich – Compliance hin oder her – vieles traf, was im Reifenbusiness was zu sagen hat. Die Digitalisierung findet statt, tötet aber jede Geschäftsbelebung ab. Diesen Trend bekommt wohl jede Messe zu spüren, auch wenn sie noch so toll von der Koelnmesse und (damit) der Stadt unterstützt worden ist. Ertragserodierend ist jedoch die Tatsache, dass Breitreifen heute Standardgrößen und keine Spielweise mehr von Premiumanbietern sind. Der Preis bestimmt den Erfolg und den wollen vor allem chinesische Anbieter mitbestimmen, was wiederum Preisverfall bedeutet. Diese Anbieter jonglieren derzeit „viele Bälle“, aber „auch ihnen werden sie runterfallen“, bedienen sich tradierte Waren- und Dienstleistungsanbieter dieser Metapher.
Unabhängig davon will jedoch nahezu jeder dem neuen Messeort die 2. Chance einräumen, also 2020 wiederkommen. Bis dahin können sich Industrie und Einkaufsorganisationen darauf einigen, ihre Mitglieder auf einen Messebesuch in Köln einzustimmen, um dort auch gleich ihre Jahreskonferenzen abzuhalten. Lückenhaft empfanden Fachbesucher eine unzureichende Präsenz von Werkstatteinrichtern. Faktum ist laut VRÖ-Obmann James Tennant das Weiterwachsen großer Reifenanbieter und das zunehmende Fehlen kleinstrukturierter Reifenfachhändler, so auch aus Österreich. Tennants Pointe zu den Kooperationen: „Normal schickt der Kaiser seine Soldaten aus, Point S hingegen schickt den Peschek hinaus.“ 2020 wird es darauf ankommen, wie Industrie, Handel und Verbände einen gemeinsamen Weg finden, möglichst breit gefächert auf der Tire Cologne aufzutreten. •
