Eine Meinung kann man am besten mit einer Studie lenken. Ob sie stimmt, ist weitgehend egal; davon zeugt die jüngste, von Greenpeace veröffentlichte Arbeit. Die Studie beschäftigt sich damit, wie umweltfreundlich und verkehrssicher 13 europäische Städte sind und wie leicht es den Stadtbewohnern gemacht wird, sich CO2-schonend fortzubewegen – also mit den Öffis, dem Rad oder zu Fuß. Wien liegt laut dieser Studie auf Platz 5, was die Stadtregierung freuen wird.
Laut Studienautoren würden mehr Radfahrer den Verkehr sicherer machen. Die Summe von Öffi-Nutzern und Fußgehern, gemessen an allen Wegen mit Start und/oder Ziel in Wien, liegt demnach bei 73 %. Das heißt im Duktus der Studienschreiber, dass bei 27 % Autoanteil 73 % mit Öffis fahren oder gleich zu Fuß gehen. Rund 7 % – verdammt noch einmal – nutzen ihr Fahrrad. Besonders viele Radfahrer auf der Straße würden aber den Verkehr sicherer machen, weil die Verkehrsteilnehmer besser aufeinander Acht geben. Eh klar, wenn die steuerbefreiten Radler entgegen gängiger Verkehrsregeln mit dem Mobiltelefon am Ohr durch die Gegend strampeln!
Die steuerleistenden Autofahrer haben sicher nichts dagegen, wenn die künftigen Drahtesel-Mobilisten für Straßennutzung, Batteriebetrieb, Versicherung usw. Abgaben leisten. Her damit!
Wenn diese Einnahmequellen für den Straßenerhalt bzw. -ausbau dennoch nicht ausreichen, kann man ja in letzter Konsequenz die Fußgänger zur Kassa bitten. Benutzen sie doch glatt ausgebaute Gehsteige und die gesamte Verkehrsinfrastruktur. Eine elektronisch registrierende Sohlensteuer wird sich schon programmieren lassen.
Eines bleibt mir aber unverständlich: Wer die vielen Neuwagen kauft, wenn der Anteil an Autos im Stadtverkehr weiter abnimmt, wie die Wuppertaler Studie uns suggeriert. Damit wären wir bei der nächsten Studienwahrheit, besser gesagt Statistik, die es zu hinterfragen gilt. •
