Falsche Nachrichten verbreiten sich rascher weiter als nackte Tatsachen, weil sie eben nackt jeder Phantasie beraubt sind. Spiegel Online, deutschsprachiges (Ge-)Wissen für alles, schreibt, dass Beuteösterreicher Herbert Diess in der VW-Dieselaffäre von den US-Justizbehörden freies Geleit zugesichert worden sein soll. Er könne sich weltweit frei bewegen, ohne festgesetzt zu werden. Wenn das kein globaler Erfolg des deutschen Autobauers ist!

 

Dann Martin Winterkorn, dem gar seine CEO-Gehaltszahlungen samt seiner Pensionsansprüche aberkannt werden sollen. Das bringt Schlagzeilen und erleichtert Abschreibejournalisten ihre Arbeit. Dass dem „Wiko“ Vorsatz zur Tat oder Fahrlässigkeit in seiner Geschäftsverantwortung nachgewiesen werden kann, darf bezweifelt werden. Kaum einer denkt daran, dass die Software, mit der die Dieselabgasmanipulation globale Ausmaße annehmen konnte, einen gemeinsamen Namen hat: Bosch! Die Wunderdinger sind bei BMW, Mercedes und auch anderen Herstellern verbaut und funktionieren in diesen Fahrzeugen genauso wie in denen der Volkswagen-Marken. Wer stellt Bosch diesen Blankoscheck aus, um nicht zur Rechenschaft gezogen zu werden? Diess hat über 2 Jahrzehnte in der deutschen Autobranche verbracht, unter anderem bei der Robert Bosch GmbH und BMW AG.

 

Die „mutigen“ Verteidiger von Ethik und wirtschaftlicher Korrektheit decken auf und prangern an. Patentrezepte gibt es nicht. Spekulierer und Scharfmacher treiben die Wirtschaft vor sich her. Die juristische Grundlage ist da, nur keine politische Instanz will sie ob ihrer wirtschaftlichen Tragweite anwenden. Das ist eine Analyse fehlgeleiteter Emotionen.

 

Glauben Deutschlands Parademedien wirklich, dass sich Diess bei den Amis nun zum Whistleblower reduziert, um seinen Konzern aus dem Dreck zu ziehen? Da würden andere Österreicher, nicht Herr Pötsch aus Oberösterreich, jedoch die Salzburger Familien Porsche und Piëch, den in München geborenen „Verräter“ aus der Alpenrepublik jagen. Und alles deutet darauf hin, dass die Mehrheitseigentümer auch unter Diess ihre Haltung zum Dieselskandal nicht so rasch ändern werden. Zunächst gilt es, neue Mobilitätsformen politikgerecht darzustellen, um am Ende den Verbrennungsmotor fröhliche Urständ' feiern zu lassen. Jede andere Form der Verkomplizierung der Mobilität ist dem Volk finanziell nicht weiter zumutbar. •