Rund 100 Diesel-Experten arbeiteten bei Bosch seit knapp 2 Jahren an der Weiterentwicklung der bestehenden Systeme. Noch vor einem Jahr, so geben die Bosch-Techniker zu, hätten sie nie gedacht, dass derartige Fortschritte möglich seien: Umso mehr waren sie überrascht, als sie mit der neuen Technik die gesetzlich vorgeschriebene Runde in der Stadt, auf der Landstraße und auf Autobahnen absolvierten. Laut den Real Driving Emissions (RDE) ergab sich ein NOx-Wert von 13 mg – das ist nur etwa ein Zehntel (!) des Grenzwertes, der ab 2020 in Europa gilt (120 mg).
Derzeit sind sogar noch 160 mg auf der Straße erlaubt. Sogar auf einer extrem schwierigen Runde durch Stuttgart mit vielen Steigungen und einem hohen Anteil an Staus sei man mit der neuen Technologie auf 40 mg NOx gekommen, hieß es bei der Pressekonferenz. Laut Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung, können die neuen Erkenntnisse ab sofort in die Serienentwicklung der Autohersteller einfließen; die Mehrkosten werden mit einem „zweistelligen Euro-Wert“ beziffert. Es seien nämlich keine neuen Hardware-Komponenten notwendig.
Das Thema Diesel beherrschte am Mittwoch (25. April 2018) die gesamte Bilanz-Pressekonferenz von Bosch in Renningen (D): Denner präsentierte ein Umsatzplus von 6,8 % auf 78,1 Mrd. € für 2017. Den stärksten Zuwachs verzeichnete der Bereich Mobility Solutions (der auch den automotiven Sektor umfasst) mit einem Ansteigen der Umsatzerlöse um 7,8 %.
Auch der Bereich Industrial Technology nahm im Vorjahr um 7,8 % zu, bei Consumer Goods bzw. Energy and Building Technology gab es ein Plus von 4,5 % bzw. 4,1 %. Für die Zukunft erwartet Bosch erhebliche Risiken, vor allem was den Handelskonflikt zwischen den USA und China betrifft. Dies könne wegen der komplexen internationalen Lieferketten zu einer deutlichen Verlangsamung des globalen Wachstums führen. Dennoch will Bosch den Umsatz 2018 um 2-3 % steigern. •
