Einerseits sei es natürlich positiv, wenn eine Marke ihr Geschäftsmodell auf die aktuellen und kommenden Herausforderungen der Automobilbranche ausrichte. Zu begrüßen sei jedenfalls die Aussage, dass fast allen Betrieben wieder Verträge angeboten werden. Andererseits stelle sich die Frage, „warum in der heutigen Zeit die Antwort auf die natürlichen Herausforderungen immer gleich Vertragskündigungen sind“, so VÖK-Obmann Stefan Hutschinski. „Fast alle Wünsche und Ideen der Hersteller lassen sich meist auch mit Vertragsanpassungen bzw. neuen Anlagen zum bestehenden Vertrag verwirklichen.“

 

Die Vertragskündigung führe oft zu Demotivation, Frustration sowie langen, zähen Verhandlungen und damit auch zum Performanceverlust. Nachdenklich stimme die Aussage, dass es „neue leistungsorientierte Verträge“ werden sollen. „Wenn hier angedacht ist, den Händlern eine Karotte hinzuhängen, welche diese dann in den ertragslosen Stückzahl-Wahnsinn treibt, so ist höchste Vorsicht geboten!“, warnt Hutschinski.

 

Dies gelte derzeit leider für die meisten Hersteller – der erste, der hier die Weisheiten „Weniger ist mehr“ oder „Qualität vor Quantität“ für sich entdecke, werde zukünftig zu den Gewinnern zählen. Jeder gestandene, kaufmännisch umsichtige Unternehmer habe – im eigenen Interesse – den Leistungsgedanken im Blut und benötige hier keine externe Motivation, so Hutschinski. •