Am 1. Juni wurden über die beiden Autofirmen von Jürgen Schuster Insolvenzverfahren eröffnet, am 28. Juli wurde der frühere Ferrari- und Maserati-Partner festgenommen. Jetzt werden immer mehr Facetten des Kriminalfalls bekannt.
Nachforschungen von Gläubigern ergaben Hinweise auf ein Schloss in Tschechien, das Schuster zuzuordnen ist: Tatsächlich erwarb eine „Royal Estate & Event Management s.r.o.“ 2014 das verfallene Barockschloss Staré Hobzi (Alt Hart) an der niederösterreichischen Grenze. Geschäftsführer des Unternehmens ist Jürgen Schuster, alleinige Eigentümerin seine Ehefrau Klaudia Schuster. Das Schloss wurde in den vergangenen beiden Jahren restauriert – laut Eigenangaben auf der Homepage „ohne auf Kosten Rücksicht zu nehmen“ – und sollte als Location für exklusive Veranstaltungen dienen. Sogar ein eigener Hoteltrakt war vorgesehen: Mit diesem wollte Schuster, wie er im März 2015 dem Gemeinderat von Staré Hobzi vollmundig versprach, „die höchste Gesellschaft" in die verschlafene Landgemeinde bringen.
Neben der „Royal Estate & Event Management s.r.o.“ gibt es mehrere andere „royale“ Unternehmen. Zu diesen könnten Vermögenswerte der mit mehr als 10 Millionen € Passiva insolvent gewordenen Autofirmen „Schuster Premium GmbH“ und „Schuster Sport- & Classicars GmbH“ transferiert worden sein, lautet der in Gläubigerkreisen geäußerte Verdacht.
Eine Bestätigung dafür gibt es bislang nicht. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft laufen, Schuster – für den die Unschuldsvermutung gilt – befindet sich nach wie vor in der aufgrund des Vorwurfs der „Doppelfinanzierung“ zahlreicher Fahrzeuge verhängten Untersuchungshaft in der Justizanstalt Wels.
Weitere Details zu diesem Kriminalfall enthält die nächste Ausgabe unserer Wochenzeitung „AUTO-Information“, die am 9. September erscheinen wird.
