Der ÖAMTC hat in Zusammenarbeit mit seinem Partnerklub ADAC die Systeme in BMW 2er Active Tourer, Citroën C5, Ford Focus, Hyundai i20, Mercedes C-Klasse, Renault Twingo und VW Passat miteinander verglichen, die sich hinsichtlich Sensorik sowie Warn- und Eingriffsstrategien teilweise deutlich voneinander unterscheiden.
Grundsätzlich sei jedes System, das hilft, Unfälle zu vermeiden, zu begrüßen, wie ÖAMTC-Techniker Friedrich Eppel sagt. Allerdings sei keiner der untersuchten Fahrspurassistenten ist frei von Kritik. „Zudem ist nur bei idealen Bedingungen die verlässliche Funktion gewährleistet“, so Eppel. Die meisten Fahrspurassistenten funktionieren über eine Kamera, die die Spurmarkierungen erkennt – nur im Citroën ist ein System verbaut, das die Markierungen anhand von Infrarot-Sensoren auf der Fahrzeugunterseite registriert.
„Problematisch wird es, wenn die Kamera nicht oder nicht gut wahrnimmt, was auf der Fahrbahn passiert, so Eppel. Seien beispielsweise die Markierungen auf der Fahrbahn schwer zu erkennen, könne das System nicht darauf reagieren. Gleiches gelte bei Faktoren wie Nässe, Schnee, Dunkelheit, verschmutzten Scheiben sowie Blendung der Kamera durch tiefstehende Sonne. „Der Fahrer darf sich also keinesfalls verlassen, dass er immer gewarnt wird. Der Fahrbahnrand wird kaum erkannt, wenn er nicht durch Linien markiert ist“, sagt Eppel.
Insgesamt ortet der ÖAMTC Verbesserungspotential: Warnungen müssen eindeutig zuordenbar sein und dürfen den Fahrer nicht ablenken. Eine Warnleuchte im Tacho und ein zu leiser Warnton seien zu wenig, um den Fahrer verlässlich aufmerksam zu machen. Warnungen müssen gut und eindeutig vom Fahrer erkannt werden. Darüber hinaus müssen die Systeme in Zusammenhang mit unterschiedlichen oder nicht vorhandenen Fahrbahnmarkierungen verlässlicher werden. Speziell auf Straßen ohne Markierung des Fahrbahnrandes und bei temporären Markierungen etwa an Baustellen, kommt dieses Problem zum Tragen.
