Im Gegensatz zur Arbeiterkammer Wien äußert sich die Pressesprecherin von ÖGB-Präsident Erich Foglar nicht konkret zur stärkere Belastung des Mittelstandes durch die Erhöhung des Sachbezuges bei Privatnutzung. Die große Zahl an Arbeitnehmern, die ihr Firmenfahrzeug nicht lediglich als Gehaltsbestandteil bekommen, sondern damit täglich ihre Arbeit im Außendienst erledigen, wird offenbar von Gewerkschaft und Arbeiterkammer nicht vertreten. Während der Mittelstand als großer Profiteur der Steuerreform gilt, der die Wirtschaft ankurbeln soll, gilt das nicht für jene Arbeitnehmer, die ihrer Arbeit mit einem Firmenwagen nachgehen.
Diese Mitarbeiter sind offenbar besser beraten, wenn sie mit älteren Privatfahrzeugen und km-Geld-Verrechnung ihren Außendienstjob erledigen. Sowohl der steuerliche wie auch der ökologische Effekt wird sich dadurch natürlich ins Gegenteil umkehren. Als Verliererer kann man danach wieder die Autobranche nennen. Aber die ist das ja bereits gewöhnt.
Folgend die Stellungnahmen von Alexa Jirez, Pressesprecherin des ÖGB-Präsidenten Erich Foglar:
Ein Auto zu besitzen kostet viel Geld, sei es durch Anschaffungs-, Instandhaltungs- oder auch Versicherungskosten. ArbeitnehmerInnen, die ihr Dienstauto auch für den privaten Gebrauch nutzen, sparen sich viele dieser Kosten. Viele PendlerInnen, die ihr Auto zur täglichen Fahrt in die Arbeit brauchen, müssen all diese Kosten von ihrem Nettoeinkommen selbst bezahlen und bekommen als Ausgleich bestenfalls eine Pendlerpauschale. Also ist der Sachbezug für die private Nutzung ein Vorteil aus dem Dienstverhältnis – dass für diesen Sachwert auch Lohnsteuer bezahlt werden muss, ist nur fair.
Die ExpertInnen aus ÖGB und Arbeiterkammer haben in den Verhandlungen darauf geachtet, dass vor allem jene ArbeitnehmerInnen, die kleine Autos für den täglichen Gebrauch, wie zum Beispiel in der Hauskrankenpflege oder FilialleiterInnen im Handel, nicht von der Erhöhung betroffen sind. Betroffen von der neuen Regelung sind lediglich Autos mit einem CO2-Ausstoß von mehr als 120 g/km. Unsere Recherchen haben ergeben, dass die Angebotspalette der Kfz-Hersteller in Österreich ausreichend leistungsstarke Fahrzeuge unter 120 g/km CO2-Ausstoß bietet. Wenn diese neue Regelung zusätzlich einen ökologischen Lenkungseffekt hat, ist das begrüßenswert.
