Wer Glawischnig, Vassilakou & Co. für politisch gefährliche Verführer(innen) hält, ahnt den alarmierenden Schwebezustand, dem sich die Grün-Politik hingibt. Zunächst inszenieren sie sich als politische Weltretterinnen. Denn sie machen – so murmelt die politische Sehnsucht – das Leben wieder konkret und stiften Ordnung im Chaos des Umweltschutzes.

 

Sie sind die Vorwärtsentscheider, die endlich den gordischen Knoten einer heillos komplizierten und rasend abstrakten (Um)Welt durchschlagen. Zum Beispiel schenken die Grüntypen unserer Gesellschaft saubere Luft, als ob nicht die Forschungskraft der Autowirtschaft dafür Sorge getragen hätte.

 

In den Altbauten sind die Thermen und die Holz- und Ölöfen immer noch vorsintflutlich, stören jede Umweltrechnung – jeder Rad- und Fußweg wird verstromt, alles Energieverschwender erster Kategorie, wenn Kreisverkehre mitten in den Feldern und Wäldern mit Springbrunnen und Lichterspielen aufwarten dürfen. Ach du scheinheilige, grüne Welt!

 

Die Grünen sind der Gottseibeiuns des politischen Betriebs. Wenn nicht alles täuscht, dann ziehen Typen wie Glawischnig und Vassilakou auch Menschen an, für die das Wort „Zukunft“ wie eine Drohung klingt, weil es noch mehr Markt bedeutet, noch mehr Lebensangst und Ungewissheit. Jene, die ansonsten etablierte Politiker aller Farbrichtungen als elitäres Pack – einschließlich ihrer „Hofnarren“ in Form der vorgelagerten Lobbyingorganisationen – verachten, vermögen nicht Politik und Politisches zu unterscheiden. Somit gewinnen viele den Eindruck, dass es kein Entrinnen gibt und man mit den Gottseibeiuns' leben muss; sie kehren immer wieder und sind die Schatten der repräsentativen Demokratie.

 

In dieser sollte ja eigentlich der Wille der (oft schweigenden) Mehrheit umgesetzt werden, was oben erwähnte politische Minderheit oft laut kreischend zu verhindern vermag. Da täte es zuweilen einmal auch gut, wenn davon Betroffene endlich auch einmal ordentlich zurückbrüllen.