Francois Launaz, der neue Präsident des schweizerischen Importeurverbands auto-schweiz, hat sein Amt in einer für das Automobil schwierigen Phase übernommen: Zum Auftakt des Genfer Salons richteten die Chefs der Schweizer Importeure von VW, Morten Hannesbo, und Mercedes-Benz, Marcel Guerry, den Politikern via Boulevard-Flaggschiff „Blick“ aus, sie mögen sich mit Vollgas für die Autofahrer einsetzen und sie endlich ernst nehmen. Damit reagieren sie auf die seit 2012 (14,4 Milliarden Franken) ständig gesunkenen Umsätze mit Personenwagen: 2013 waren es 13,5 Mrd Franken, 2014 nur noch 13 Mrd. Franken.
Bezeichnend, dass auch VW-Vorstandschef Prof. Dr. Martin Winterkorn darauf verwiesen hat, dass letztlich der Kunde entscheide, was er kauft – auch wenn die Politik es sich anders wünschen würde.
Ein gutes Beispiel dafür ist das Elektroauto, das der Kunde erst akzeptiert, sofern für ihn das „Paket“ passt – und das auf sinnvolle Einsatzbedingungen trifft.
Die Stimmung in Österreichs Autowirtschaft, das 2014 durch rückläufige Zulassungszahlen auffiel, ist nicht besonders gut, wie sollte sie auch, wenn die Einsatzmöglichkeiten für Autos eingeschränkt werden und die Regierung neue Attacken auf den Geldbeutel der Steuerzahler vorbereitet. Die perfekten Oberflächen der Autos in Genf könnten Stimmung machen, die Absatzzahlen zu überschätzen. Tatsächlich dürften die neuen Dienstwagenregelungen in Österreich tiefgreifendere Einschnitte ergeben als das oberflächlich erscheint. Denn manche Firmenchefs haben bereits reagiert und kaufen nur noch billige Firmenwagen.
Eine grundsätzliche Umwälzung des Firmenkundengeschäfts steht offenbar bevor, sollte die Politik nicht in letzter Minute einen Schwenk vollziehen.
