Lt. Mag. Gerald Kumnig, Generalsekretär des ARBÖ würde man damit „einmal mehr die Falschen treffen, etwa die Pendler, die keine Chance haben, ihren Arbeitsplatz zu erreichen.“ Zudem habe die Industrie in den vergangenen Jahrzehnten den Dieselmotor extrem weiterentwickelt und Maßnahmen getroffen, um den Schadstoffausstoß auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Moderne Dieselmotoren würden ohne Probleme die vorgeschriebenen Abgasnormen erreichen.
„Eine Erhöhung der MöSt für Diesel, hätte keinerlei positive Effekte“, sagt auch ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin Elisabeth Brandau. Werde nun die MöSt in Österreich um 8,5 Cent angehoben, wäre Diesel künftig in Deutschland günstiger. Durch den Wegfall des Tanktourismus hätte der Finanzminister mit einem Schlag rund eine Mrd. € weniger in der Kassa. Aus Sicht des ÖAMTC sei es aber auch naheliegend, dass Österreicher wieder vermehrt in Deutschland tanken würden und so der finanzielle Abgang noch beträchtlicher ausfallen könnte. „Was die Tanktouristen, hauptsächlich der Güterverkehr, derzeit in Österreich tanken, würde dann jenseits unserer Grenzen in die Tanks fließen. Die Klimabilanz schaut dann auf dem Papier für Österreich zwar besser aus, für die Umwelt ist und bleibt es aber ein Nullsummenspiel“, so Brandau.
Heftige Kritik übt auch FPÖ-Verkehrssprecher Gerhard Deimek: „Hier soll unter dem Vorwand einer vermeintlichen Ökologisierung des Steuersystems den Menschen das Geld aus der Tasche gezogen werden.“
