Als Cheftester entwickelte er zwischen 1952 und 1985 nicht weniger als 25 wichtige Jaguar Modelle. Er gilt als Großbritanniens größter und vielseitigster Testfahrer aller Zeiten.

 

Zu den Jaguar-Neuheiten, die der heute 94jährige von den ersten Gehversuchen bis zur finalen Abnahmefahrt begleitete, zählen die vielfachen Le Mans-Sieger C-Type und D-Type, die bahnbrechenden Sportwagen XK140/150, die Limousinen 2.4, 3.4, Mk II, Mk VII und Mk VIIM, der legendäre E-Type (inklusive der Lightweight-Version), der Mittelmotor-Prototyp XJ13, die erste XJ6/12- Generation, der E-Type-Nachfolger XJ-S und die XJ-Limousine der Baureihe „XJ40“.

 

In seiner seiner Rolle als „Chief Test Development Engineer“ unternahm Norman Dewis in den 50er Jahren auch Abstecher in den Motorsport. 1952 bestritt er als Beifahrer von Stirling Moss in einem erstmals mit Scheibenbremsen bestückten C-Type die Mille Miglia. 1953 stellte das Multitalent auf einem gesperrten Teilstück der belgischen Autobahn bei Jabekke auf einem modifizierten Jaguar XK120 mit 277,41 km/h einen neuen Geschwindigkeitsrekord für seriennahe Fahrzeuge auf. 1955 setzte ihn Jaguar in Le Mans auf einem Werks-D-Type ein, im selben Jahr belegte er mit einem privaten D-Type bei den 9 Stunden von Goodwood Platz fünf.

 

Er ist eine der letzten lebenden Symbolfiguren der goldenen Ära der britischen Automobilindustrie. Jene Jahre, in denen sich die 1945 in „Jaguar Cars Ltd.“ umbenannte Marke „SS Cars Ltd.“ zu einem der erfolgreichsten Sportwagenhersteller entwickelte. Während seiner 33 Dienstjahre bei Jaguar legte Norman Dewis über 1,6 Mio. Testkilometer mit Geschwindigkeiten von über 160 km/h zurück. Im Namen von Königin Elisabeth II. erhielt er kürzlich den OBE – ein seit 1917 von König Georg V. gestifteter Verdienstorden.

 

Er wird für besondere Leistungen auf politischem, wirtschaftlichem, kulturellem, geistigem oder ehrenamtlichem Gebiet aufgrund einer Nominierung durch den Premierminister verliehen. Die offizielle Begründung für die Auszeichnung an Norman Dewis lautet: „For Services for the Motor Industry – für Leistungen in der Motorindustrie“.