Wiens erste Begegnungszone wurde ja in der umstrittenen „neuen“ Mariahilfer Straße eingerichtet. Die Folge: 20 km/h Beschränkung, Parkplatzklau und maximale Haltezeiten von 10 Minuten zerren an den Nerven. Ob damit „das respektvolle und wertschätzende Miteinander unter Fußgängern, Radfahrern und Autofahrern“ gefördert wird, sei dahingestellt.

 

Übrig bleiben würden die zahlreich in der City beheimateten Handels- und Gastronomieunternehmen. Der Vorschlag, mit der U-Bahn oder dem Fahrrad anzureisen, um zu shoppen oder zu konsumieren, würde ungehört verhallen. Die daraus resultierenden Umsatzeinbußen könnten zu einer Ausdünnung des Angebots führen.

 

Und wie lautet die Antwort der Stadt Wien? „Begegnungszonen eignen sich hervorragend, um flächendeckend Verkehrsberuhigung zu erreichen und gleichzeitig die Erreichbarkeit der Grätzel und eine gewisse Durchlässigkeit auch für den Radverkehr zu erhalten“, so die euphorische Reaktion von Wiens Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou auf Stenzels Visionen. „Demnach werden jetzt in einer Machbarkeitsstudie alle Gassen des 1. Bezirks geprüft, ob sie als Begegnungszone geeignet sind und wie eine Umsetzung möglich wäre, abgesehen von den bestehenden Fußgängerzonen. It’s a deal, Frau Stenzel“, so Vassilakou.

 

Ob dieser Deal wirklich zustande kommt, steht freilich noch in den Sternen. Während Stenzel für die heuer stattfindenden Bezirksvertretungswahlen von der ÖVP nicht mehr aufgestellt werden wird und die Schwarzen stattdessen Markus Figl als Spitzenkandidaten ins Rennen schicken, wird die gleichzeitig abgehaltene Gemeinderatswahl erst zeigen, ob sich die Wiener Grünen nicht auf dem Holzweg befinden.