Finanziert vom Bundesgremium des Fahrzeughandels, der Bundesinnung der Kfz-Techniker und dem Markenhändlerverband VÖK, haben die Experten von KMU Forschung Austria seit Mitte 2014 die Branchendaten analysiert. Beleuchtet wurde einerseits der Neuwagenvertrieb: Hier wurde 2013 ein durchschnittlicher Bruttogewinn von 6,83% des Verkaufserlöses erzielt. Dem gegenüber standen Verkaufskosten von 1,59%, Personalkosten von 3,71% sowie direkte (2,12%) und indirekte (0,55%) Betriebskosten. Außerdem waren die Anlagekosten (1,12%) sowie die Verwaltungskosten und Zinsbelastungen (0,53%) in der Vollkostenrechnung zu berücksichtigen. „Das bedeutet, dass die Kfz-Einzelhändler beim Neuwagenverkauf im Durchschnitt einen Verlust in Höhe von 2,8% des Verkaufserlöses erzielt haben“, so die Studienautoren. Zuletzt war eine derartige Untersuchung 2004 durchgeführt worden: Damals lagen die Verluste „nur“ bei 0,94%.

 

Verschlechtert hat sich auch die Situation im Garantie- und Gewährleistungsbereich: Derartige Arbeiten dauern durchschnittlich 75 Minuten länger als vergleichbare Kundenaufträge, geht aus der Studie hervor. 2009 hatte der zusätzliche Zeitaufwand aufgrund von Diagnosearbeiten sowie Administrations- und Dokumentationsverpflichtungen erst 60 Minuten betragen. Abgedeckt werden die damit verbundenen Kosten nicht, wie bei den von den Studienautoren geführten „Experteninterviews“ deutlich wurde: Ein durchschnittlicher Abschlag von 13% auf die Kundenverrechnungssätze, sinkende Ersatzteilspannen und immer kürzere Vorgabezeiten würden die Verluste für die Kfz-Betriebe noch erhöhen. Dies ist umso pikanter, als das im Juni 2013 in Kraft getretene Kfz-Sektor-Schutzgesetz eigentlich einen „Ersatz des notwendigen und nützlichen Aufwands“ vorsieht.

 

Detaillierte Informationen zu den beiden Studien finden Sie in Ausgabe 2257 unserer Wochenzeitung „AUTO-Information“, die am 13. Februar erscheinen wird.