Auf dem Reifenmarkt tobt der ungebremste Wettbewerb der Systeme zwischen freien und gebundenen bzw. industrieorientierten Handelsorganisationen. Während sich Hersteller immer dominanter im Einzelhandel positionieren, verliert der freie ungebundene Reifen(fach)handel weiter Terrain. Es fehlt vielen eine Zukunftsperspektive im Markt. Auf Deutsch: Im rückläufigen Reifenmarkt tummeln sich – in allen Bezugsquellen – zu viele Mitbewerber.

 

Hinter vorgehaltener Hand wird es immer lauter gesagt: Wer vor dem Hintergrund der wachsenden Komplexität des Marktes mit einem vollen Angebotsspektrum auftreten will/muss, kommt heute nicht mehr ohne Unterstützung eines starken Partners aus – egal ob industrienah oder nicht. Während die heimischen Vertreter das Reifenhandelsgeschäft reflexartig immer noch weich zeichnen, markiert der Prophet aus dem fremden Land – BRV-Vorsitzender Peter Hülzer – schon mit einem dicken Stift die Trennlinien zwischen Vernunft und Unvernunft.

 

Wie auch immer Reifen(fach)händler gegen konkurrierende Vertriebskanäle wie Autohäuser, Kfz-Werkstätten, Online-Shops und Ketten auftreten werden, das verfügbare Absatzpotenzial reicht längst nicht mehr für alle Marktteilnehmer aus. Wir können es schreiben wie wir wollen: Die Herausforderung zum Überleben werden viele nicht mehr annehmen können und einige auch nicht annehmen wollen.

 

Dieser Selbstreinigungsprozess wird am Ende dieses Jahres wenige Gewinner und viele Verlierer (sie vernichten auch gleichzeitig ihre Unternehmenssubstanz) mit sich bringen. Damit steht der Reifen(fach)handel in reduzierter Form 2016 wieder dort, wovon wir jetzt berichten. Ergo bleibt zumindest die Hoffnung, dass nach 2 oder 3 schwachen Jahren der Reifenumsatz wieder steigen wird – dann mit neu sortierten Vertriebsstrukturen.