Das Problem sei der Politik bekannt, es werde von ihr aber konsequent ignoriert, sagt so Univ.Prof. Dr. Johann Litzka (FSV). In den Landes- und Gemeindebudgets werde seit Jahren zu wenig Geld für eine ordentliche, nachhaltige Erhaltung der Landes- und Gemeindestraßen zur Verfügung gestellt. „Mit der Konsequenz, dass der Anteil schlechter und sehr schlechter Landesstraßen bis 2024 auf 30% steigen wird. Und: Zu spät sanieren kommt wesentlich teurer.“

 

 

Von „erschreckenden Werten“ spricht Andreas Tropper, Landesbaudirektor der Steiermark. „Wir bräuchten das doppelte Budget, um den Status quo zu halten.“ Wobei Walter Leiss, Generalsekretär des Gemeindebundes, festhält, dass intakte Straßen „wesentliche Voraussetzung dafür sind, dass der ländliche Raum überlebt.“

 

Strikt gegen eine Finanzierung über zusätzliche Belastungen der Verkehrsteilnehmer spricht sich der ÖAMTC aus. „Allein die direkten Einnahmen aus dem Straßenverkehr – Mineralölsteuer und Mauten – sind mit 8 Mrd. € doppelt so hoch wie die Ausgaben für Bau und Erhalt der Straßeninfrastruktur", sagt Verbandsdirektor Oliver Schmerold – daher auch ein klares „Nein“ des ÖAMTC zum Pkw-Road Pricing. Dennoch müsse eine Finanzierungsform gefunden werden.

 

„Gelingt es nicht, die erforderlichen Mittel zum Werterhalt unseres Landesstraßennetzes in den laufenden Budgets bereitzustellen, rollt in den kommenden Jahren eine noch deutlich größere Belastungswelle auf die Steuerzahler zu“, wie Mario Rohracher, Generalsekretär der GSV sagt.