Wie fragil diese Hoffnung allerdings sein kann, haben die Messemacher im Vorfeld ihrer Akquise schmerzlich erfahren müssen. Die Industrie sagte reihenweise ihre Teilnahme ab oder sammelte sich – wie beispielsweise die OMD (Originalmarkenpartner) oder das Reifenforum – zum gemeinsamen Auftritt.

 

Bei aller anzuerkennenden Leistung der Messeveranstalter ist die AutoZum im Vergleich zu 2013 deutlich geschrumpft. Dafür ist das Gastronomiefeld in den Hallen 8 und 10 deutlich gewachsen. Ob deswegen mehr Leute kamen als das 2013 der Fall gewesen sein soll? Nun ist es ja gut, aus der Dauermeckerecke herauszuwollen, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen mahnen aber zu mehr Realität. Auch die Messeteilnehmer werden nicht umhinkönnen, das „Sand-in-die-Augen-streuen“ zu unterlassen.

 

Viele Aussteller reiben sich über die kolportierten Besucherzahlen verwundert ihre Augen. Aus Sicht der Aussteller ist es auch egal, jeder hantiert ohnehin mit seiner eigenen Wahrheit. Als langjährige Messeteilnehmer wissen wir aber auch, dass Gründe zur Sorge um unser wirtschaftliches Wohlbefinden von außen kommen. Junge Menschen finden immer weniger zum Auto und um die verbleibende Marktmasse gibt es heiße Revierkämpfe, wer zuerst an den Futtertrog darf.

 

Für alle ist längst nicht mehr genügend Platz an der Schüssel. Jahr für Jahr verschwinden Lieferanten und Kunden von der Bildfläche, Konzentrationen, Verwerfungen und Machtspiele kennzeichnen den Markt für Werkstattausrüstung, Teilehandel und Dienstleistungen. Ein schwieriges Terrain, das uns erwartet, auch abseits des Tagesgeschäfts: die Verhärtung der Währungssituation und eine wachsende politische Ungewissheit mit radikalisierenden Gruppierungen in der Mitte unserer Gesellschaft. Doch wir bleiben realistisch und dürfen deshalb an Wunder glauben.