Diesen Eindruck konnte gewinnen, wer heuer die Vienna Autoshow erlebt hat. Die größte Neuwagenmesse des Landes dürfte gegenüber 2014 etwa 2.000 zusätzliche Besucher gewonnen haben. Die Ausstellung wurde von jung und alt förmlich überrannt. Wo nur möglich, setzten sich die Menschen in Fahrzeuge, die sie sich nicht leisten können oder wollen. Wider alle Negativstimmung durch Politik und Kaufkraftschwund ist das Interesse der Bevölkerung an der Automobilität nach wie vor vorhanden.

 

Diese mögliche Erkenntnis muss der Autohandel jetzt nutzen, um den stockenden Neuwagenverkauf zu beleben. Zusammen mit der Rabattschleuderei sind das gute Ansätze, die Neuzulassungszahlen 2015 aus Sicht der Importeure wieder nahe an die Dreihunderttausendergrenze heran zu bringen. Allerdings fürchtet die Branche, ähnlich wie im Vorjahr bei der NoVA-Erhöhungsdebatte, eine Anhebung der Sachbezugsberechnung bei Firmenfahrzeugen über 120 Gramm CO2-Ausstoß um bis zu 30 %. Damit wäre der nächste Absatzeinbruch vorprogrammiert.

 

Die Branchenvertreter beschwichtigen, dass das heuer nicht passieren werde, doch Misstrauen gegenüber der Regierung ist angebracht. Verkehrsminister Stöger hat sich die Sorgen der Autobranche am Eröffnungstag zwar angehört, jedoch eine allfällige beruhigende Antwort an Finanzressortkollegen Schelling weitergereicht.