Wenn man ein Leben lang von anstrengenden Branchenvertretern und nervigen Journalisten mit noch nervenderen Fragen und Problemen malträtiert wird, ist man entweder mit allen Wassern gewaschen oder man behält den Job als Vorsitzender nicht lange. Geht man also nach den Berufsjahren, ist Clary von der „Mit-Allen-Wassern-Gewaschen“-Sorte. Als wäre die Autobranche nicht schon hart genug, kämpft er auch schon seit Jahren mit besonders „meinungsstarken“ Kommerzialräten wie in Ing. Josef Schirak, Burkhard Ernst, Dr. Gustav Oberwallner oder einem unermüdlichen Publizisten namens Gerhard Lustig.
Trotz all dem Lob der Standhaftigkeit, diese Aufgabe seit Jahren ohne schwerwiegende Folgen überstanden zu haben, waren Dr. Clarys Lösungsansätze am Eurotax Neujahrsempfang doch knapp an der Gürtellinie oder schon darunter. So meinte er, die Autohändler sollten zum Beispiel „weniger Golf spielen“, um die Krise zu meistern. Die mit Abstand „beste“ Lösung hatte Clary aber für das Problem der oftmals schlecht Deutsch sprechenden Lehrlingsbewerber. Er meinte wörtlich: „Das Problem ist, dass sich vor allem Migranten oft irrsinnig schwer mit der Sprache tun, oft nicht verstehen, was sie gefragt werden und sich dann wundern, wenn sie nicht genommen werden.“
Das bedeute also, dass sich dieses Problems generell und am besten bereits im Kindergarten angenommen werden müsse, damit sie die Sprache erlernten. Es wäre auch „für viele Migranten empfehlenswert, sich einen zweiten Fernseher anzuschaffen, dass die Kinder nicht nur die Muttersprache, sondern auch Deutsch lernen.“ Nun ja, bleibt nur zu sagen: Glücklicherweise ist Herr Dr. Clary der Sprecher der Automobilimporteure – und nicht Österreichs Bildungsminister.
