Autos raus, Fußgänger- und Begegnungszonen und die Kappung fast aller Verbindungen zwischen 6. und 7. Bezirk für den Individualverkehr – so sieht das grüne „Konzept“ für die Einkaufsmeile aus. Mag sein, dass Radfahrer (die selbstverständlich weiter sämtliche Querungen nutzen dürfen) gemütlicher durch Neubau und Mariahilf strampeln können – für viele andere ist der Ärger programmiert: Geschäftsleuten der Mariahilfer Straße droht durch Beschränkung der Lieferzeiten ebenso Ungemach wie Fahrern von Lieferfahrzeugen, die sich aufgrund verhängter Sperren künftig durch enge Gassen quälen müssen.
Ebenso betroffen sind die Buslenker der Linie 13 A, die bereits heftig protestieren und sogar mit Streik drohen, sollten in den vom 13 A befahrenen Abschnitten der Mariahilfer Straße nicht entsprechende Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden. Last but not least werden auch parkpickerlzahlende Anrainer ihre liebe Not haben: Ausgerechnet in den Nebengassen, wo ein Verkehrschaos zu erwarten ist, sind sie nicht nur gezwungen, teilweise deutlich längere Anfahrtswege in Kauf nehmen zu müssen. Der Verkehr wird für zusätzliche Belastungen direkt vor ihrer Haustür sorgen – während sich Radler und Passanten einstweilen friedlich vereint in den Begegnungszonen tummeln.
Experten erwarten auch deutliche Frequenz-Erhöhungen im 5., 8. und 15. Bezirk, da diese im visionären Konzept nicht berücksichtigt wurden. Doch dies scheint offensichtlich eine nur geringe Rolle zu spielen: Das Klientel in den grünen Hochburgen Neubau und Mariahilf wird zu Lasten anderer bedient – koste es was es wolle. Wie erfrischend wäre es doch, würden sich die Grünen wieder alter Werte wie der Basisdemokratie besinnen und fänden sie den Mut, die betroffenen Anrainer über dieses Projekt abstimmen lassen – aber natürlich auch mit der Möglichkeit, es ablehnen zu dürfen.
