Eines vorweg: Österreich ist – zumindest im ersten Schritt – nicht von den Onlinestrategien betroffen. BMW hat mit der Ankündigung, dass man neben der neuen Elektroautoreihe „i“ weitere Baureihen virtuell und per „Mobile Sales Force“ verkauft werden könnten, aber auch hierzulande für Aufsehen gesorgt. Die Vertragsbetriebe reagieren ablehnend. „Auf der einen Seite werden den Händlern in den nächsten Jahren große Investitionen aufgebürdet, auf der andere Seite würde ihnen auf diese Weise ein Teil der Geschäftsgrundlage entzogen“, kritisiert der österreichische Händlersprecher Dr. Rudolf Weinmann.
Bei Mercedes-Benz sieht Dr. Alexander Martinowsky, Geschäftsführer der Wiesenthal-Gruppe und Präsident des europäischen Händlerverbands, die Situation dagegen „völlig entspannt“. Daimler habe „von Anfang an mit offenen Karten gespielt“ und die Händler in die Überlegungen zum Online-Vertrieb einbezogen. Das ab dem 4. Quartal 2013 geplante Pilotprojekt betreffe zudem mit Hamburg und Warschau 2 Regionen, in denen der Hersteller schon bisher selbst den Einzelhandel abwickle.
Bis zur Jahresmitte 2014 will Mercedes-Benz entscheiden, ob und in welcher Form der Internetvertrieb auf weitere Regionen ausgedehnt wird. Für Martinowsky steht fest, dass diese Entwicklung „nicht aufzuhalten“ ist: „Wichtig ist, dass sich der Handel unter angemessenen Rahmenbedingungen daran beteiligen kann.“
