Die Nachfrage nach Erdgasfahrzeugen hält sich bisher in sehr engen Grenzen. Die Gasbranche sucht nach einem Ausweg – und erhebt ausgesprochen radikale Forderungen: Werden in einer Region die Feinstaubgrenzwerte überschritten, sollen dort laut Fachverbandschef Mag. Michael Mock „nur noch Fahrzeuge mit alternativem Antrieb zugelassen werden, wie etwa Elektro- oder Erdgasfahrzeuge“. In Frage kämen beispielsweise Klosterneuburg („Spitzenreiter beim Emittieren von Feinstaub bis Ende Juni“), der Raum Graz sowie Teile von Wien und Linz. Geht es nach Mock, sollen zudem bundesweit Behördenfahrzeuge und Taxis nur mehr mit alternativen Motoren (bevorzugt natürlich Erdgas) angeschafft werden.
Dass nur 5 % der österreichischen Feinstaubbelastung auf das Konto von Diesel-Pkw gehen und Benziner überhaupt keinen nennenswerten Beitrag zu diesen Emissionen leisten, hat sich offensichtlich nicht bis zu den Gas-Kämmerern herumgesprochen. Nicht nur diese Unkenntnis der Materie erschüttert: Auch dass man ausgerechnet in der Wirtschaftskammer glaubt, mit planwirtschaftlichen Zwängen dem Kundeninteresse „nachhelfen“ zu müssen, ist befremdlich.
In Wahrheit müssen sich CNG-Autos am freien Markt durchsetzen. Dass sie tatsächlich weniger Feinstaub ausstoßen und im Unterhalt günstiger sind, spricht für diese Modelle. Die beschränkte Auswahl, der unsichere Wiederverkaufswert sowie vor allem der hohe Neupreis sprechen dagegen: so weit die Fakten.
Anstatt sich mit diesen Tatsachen zu beschäftigen, träumen Mock und Co freilich von „autofreien Zonen oder Zonen, in denen nur Erdgas und Elektroautos erlaubt sind“. Ihre Verbotsphantasien reichen übrigens über die Autobranche hinaus: So sollen in feinstaubgefährdeten Regionen auch „private Heizungen, die mit Holz oder Holzabfällen betrieben werden, ganz verschwinden“.
