Dies ist das Ergebnis einer Analyse, die vom Center of Automotive, Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW) in Bergisch Gladbach (D) durchgeführt wurde. Im amerikanischen Markt waren von Produktmängeln lt. FHDW die Marken BMW, Chrysler, Hyundai/Kia im ersten Halbjahr 2013 besonders betroffen.
Mit Rückrufquoten um 300 % mussten die Hersteller drei Mal so viele Fahrzeuge zurückrufen wie sie im Beobachtungszeitraum verkauft haben. Die durchschnittliche Rückrufquote – ¬gemessen am Neuwagenabsatz – liegt bei 142 %. Was bedeutet, dass 42 % mehr Fahrzeuge im ersten Halbjahr 2013 in die Werkstätten beordert als in diesem Zeitraum verkauft wurden.
Spitzenreiter ist BMW mit einer Rückrufquote von 334 %, was einer Zahl von deutlich mehr als eine halbe Million zurückgerufenen Pkws entspricht. Mit einer Rückrufquote von 314 % musste Chrysler im ersten Halbjahr 2,85 Mio. Fahrzeuge in die Werkstätten beordern. Überdurchschnittliche Rückrufquoten haben auch Honda (265 %) und Toyota (208 %), die knapp 2 Mio. bzw. 2,3 Mio. Fahrzeuge in die Werkstätten beordern mussten, ebenso Hyundai/Kia mit 1,87 Mio. zurückgerufenen Pkw im US-Markt, was einer Rückrufquote von 294 % entspricht.
„Die Einflussfaktoren für Produktmängel sind struktureller Natur,“ sagt Studienleiter Prof. Dr. Stefan Bratzel. Was bedeute, dass Wertschöpfungsverlagerung, Kostendruck, globale Produktionsnetzwerke und Plattform- und Gleichteilestrategien, die zu Produktmängeln führen können, auch in Zukunft bestehen bleiben werden. Darüber hinaus sei die technische Komplexität der Fahrzeuge durch die Zunahme von Standardausstattungen und Innovationen in den vergangenen 10 Jahren enorm gestiegen und würde auch künftig durch Vernetzung der Fahrzeuge weiter steigen. „Aufgrund des hohen Verwundbarkeitsrisikos muss daher die Produktqualität über Wachstumsziele der Unternehmen gestellt werden und neben sicherheitstechnischen Minimalanforderungen globale Standards für die Marken definiert und implementiert werden“ sagt Bratzel.
