Im nächsten Schritt geht die Schmierstoff-Sparte an die russische Lukoil und schon fragen sich Insider, was künftig mit dem OMV-Tankstellennetz passieren wird. Die Identifikation des heimischen Volkes mit dem einst aus Martha und ÖROP entstandenen Mineralölunternehmen mündete bekanntlich in den Slogan „ÖMV – Österreicher mit Verantwortung“ und der Aufstieg in die Top-Liga der europäischen Mineralölwirtschaft schien unaufhaltsam.

 

Im nunmehrigen Scheitern von Nabucco übt sich das OMV-Management im Gefangenenchor und schielt nach Russland, wo die Lukoil vielleicht noch weiteren Appetit auf OMV-Sparten haben könnte. Mit den Tankstellen, quasi die Visitenkarte in der Branche, kämen die Russen über Bayern nach Deutschland, wo Gazprom in Energiefragen viel mitzureden hat.

 

Nostalgisch betrachtet hat Lukoil ihren Firmensitz dicht am Wiener Schwarzenbergplatz und ganz nah am Russendenkmal. Jedenfalls erinnert der in Umsetzung begriffene Verkauf der europäischen OMV-Mineralölsparte (Ausnahme Türkei) an die Geschichte, als nach 1945 die russische Besatzungsmacht sich zunächst unserer Erdölfelder bemächtigte und via Martha und ÖROP Reparation leisten musste. Das einstige Symbol nationaler Unabhängigkeit im Kampf gegen die damaligen Sowjets, die ÖMV, ist heute auf das Kapital und Wohlwollen der Russen angewiesen.