Die Ermittlungen der schwedischen Behörden laufen laut den Angaben von schwedischen Medien bereits seit rund zwei Jahren: Bei den Festgenommenen handelt es sich um Jan Ake Jonsson (ehemaliger Konzernchef von Saab), sowie um Karl Lindström (einstiger Finanzchef) und um Kristina Geers (frühere Rechtsberaterin des Konzerns).
Ihnen wird Bilanzfälschung vorgeworfen; nähere Angaben machten die schwedischen Behörden jedoch nicht. Saab war von General Motors nach jahrelangen Verlusten Anfang 2010 an den niederländischen Autobauer Spyker verkauft worden. Die geplante Sanierung scheiterte jedoch, aufgrund von finanziellen Problemen blieb das Werk in Trollhättan 2011 monatelang geschlossen – auch weil Zulieferer das Werk nicht mehr belieferten.
In dieser Zeit wurden Löhne – wenn überhaupt – nur mit Verspätung ausbezahlt, auch bei Steuerzahlungen gab es Unregelmäßigkeiten. GM blockierte schließlich den geplanten Verkauf an chinesische Unternehmen, sodass Saab letztlich Konkurs anmeldete. Dennoch kommen die Festnahmen für Insider überraschend.
Derzeit bemüht sich ein Konsortium namens NEVS darum, Autos unter dem Namen Saab mit Elektroantrieb auf den Markt zu bringen.
