Lt. KSV-Insolvenzexperten Dr. Hans-Georg Kantner waren 80 % der Insolvenzen „hausgemacht“. Sie beruhten auf Managementschwächen, falschen Entscheidungen, Fahrlässigkeit oder mangelndem Eigenkapital. „Nur 17 % der Insolvenzen waren auf externe oder nicht beherrschbare Umstände wie Krankheit oder höhere Gewalt zurückzuführen“, so Kantner.
38 % aller Ursachen begründen sich auf mangelnde bzw. falsche Planung. „Die Schwankung der Ursachen ist Spiegel der Konjunktur und beispielsweise auch die Verfügbarkeit von Bankkrediten und externe Krisenphänomene liefern ihren Input“, so Kantner. In rd. 92 % der Fälle konnte die Ursache für die Insolvenz anhand von über 3.000 Einträgen durch einen KSV-Experten unmittelbar identifiziert werden, worauf auch die statistische Aussage des KSV beruht.
KSV-Vorstand Johannes Nejedlik warnt im Zusammenhang mit der von der Wirtschaftskammer forcierten deutlichen Herabsetzung des Mindeststammkapitals der GmbH von derzeit 35.000 € auf lediglich 10.000 €: „Die Anzahl der Gründungen in Österreich darf nicht dadurch gesteigert werden, dass man substanzlose Unternehmen auf den Markt bringt. Bei sehr wenig Kapital kann der erste Fehler schon der letzte sein. Bereits heute ist bei 13 % mangelndes Eigenkapital die Insolvenzursache“.
Im Falle der mangels Vermögens abgewiesenen Insolvenzen handelt es sich lt. KSV einerseits um bereits lange geschlossene Geschäftsbetriebe sowie Unternehmern, die einfach weiterwursteln und die es dann meist im Folgejahr „erwischt“. Nicht zuletzt verstecken sich darunter auch zahlreiche Betrüger, die auf diesem Wege der Prüfung durch den Insolvenzverwalter entgehen.
