Als passionierter Läufer bin ich längst darauf eingestellt, im Stadtbereich einer Geschwindigkeitsbeschränkung unterworfen zu werden, denn als trainierter Mensch schaffe ich 10 und mehr Kilometerdistanzen locker mit über 10 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit. Bekommen wir Jogger jetzt die Radwege zugewiesen, weil die Radler jetzt ohnehin wieder die Autostraße okkupieren?

 

Seit sich also herumgesprochen hat, dass von Verkehrsteilnehmern nahezu aller Art uneingeschränkt Steuern eingehoben werden können, machen sich die politischen Parteien aller Farben auf die Jagd nach neuen Einnahmequellen. Raucher, Telefonierer – alle müssen sie ihren Obolus leisten – demnächst vielleicht auch Fußgänger.

 

Wie im Märchen erscheint mir die gute Fee und erfüllt mir einen Wunsch. Unter dem Motto „Drei Minuten Stillstand. Halte an und denke“ praktiziere ich einen politischen Akt im öffentlichen Raum. Lasst uns drei Minuten lang den Alltag unterbrechen, um „Gegenwart“ zu reflektieren, über den Unfug nachdenken und über unsere Zukunft. Darüber, was es heute bedeutet, Verkehrsteilnehmer zu sein, als solcher im Land zu leben, welche Konsequenzen das auf unser Gemeinwohl ebenso wie seine Instrumentalisierung heute hat. Instrumentalisierung heißt seit den Grünen bekanntlich: Die Autofahrer sind schlimme Finger.

 

Deshalb geht es bei der Aktion auch um die Fahrradler. Da denkt es sich gleich viel angenehmer, wenn Radfahrer selbst auch automobile Täter sind. Drei Minuten des Aufbegehrens gegen Ungerechtigkeit heute. Jetzt hat es mich gezwickt und ich bin wieder in der banalen Realität angelangt, mit demselben Ergebnis wie zuvor!