Dem Verkehr wird in verschiedensten Medien eine dominante Rolle als Verursacher des Feinstaubs zugeschrieben. Oft zu Unrecht, wie Experten sagen. Trotz massiver Emissionsreduktionen am Fahrzeug sei es weiterhin zu Grenzwertüberschreitungen bei den Immissionen gekommen. Dies sei ein klarer Hinweis darauf, dass auch die anderen Feinstaub verursachenden Sektoren stark gefordert sind, so Univ. Prof. Dr. Bernhard Geringer, Vorstand des Instituts für Fahrzeugantriebe & Automobiltechnik, an der TU Wien.

 

„Gerade bei Feinststäuben, also Teilchen mit einem Durchmesser von 2,5 Mikrometer oder weniger, die oft als besonders gefährlich eingestuft werden, ist der Anteil der Raumwärme als Feinstaub-Emissionsquelle beinahe doppelt so hoch wie der des Verkehrs oder der Industrie“, so Gehringer. Neueste Straßenfahrzeuge hätten bereits konsequente Partikel-Reduktionen hinter sich.

 

Ähnlich argumentiert auch Mag. Franz Weinberger, MAN Truck & Bus Vertrieb Österreich: „Mit der kommenden Abgasnorm Euro 6 dreht sich die Emissionssituation sogar zu Gunsten der schweren Transportfahrzeuge um: Die neuen Partikelfilter wirken wie ein Staubsauger, der die angesaugte Luft vom Feinstaub reinigt.“

 

Wie Dipl.-Ing. Mario Rohracher, Generalsekretär der GSV, sagt, habe der Verkehr „den Großteil seiner Hausaufgaben gemacht.“ Um die Feinstaubbelastung weiter senken zu können, fordert Rohracher Anreize zur Verjüngung der Fahrzeugflotte. Darüber hinaus müsse veraltete Heizungstechnik ersetzt aber auch die Belastungen durch Luftverfrachtungen abgesenkt werden. Ebenso müssten im Bereich der Industrie und der Landwirtschaft Anstrengungen, die zu einer Reduktion des Feinstaubs führen, verstärkt werden.