Das Besondere an diesem Elektroroller, der 72 km/h Spitze erreichen und über eine Reichweite von rund 60 km verfügen soll, sei, so verspricht IO in der Presseaussendung, dass dieser „in Österreich entwickelt, designt und fertig gestellt wird.“
Immerhin trägt das Fahrzeug den Namen unserer Bundeshauptstadt. Stellt sich die Frage nach dem echten Anteil der heimischen Wertschöpfung, und diese scheint mehr als dürftig zu sein: Die Roller werden in einem chinesischen Werk hergestellt, lediglich Steuerung und Ladegerät stammen – sofern wir die Unterlagen richtig verstehen – aus Slowenien. Österreichisch ist damit bestenfalls die Idee und der Prototypenbau, der in der Firmenzentrale in Brunn am Gebirge erfolgen soll.
Erste (subjektive) Eindrücke zeigen, dass der Vienna XE zwar sanft beschleunigt und genug Kraftreserven mitbringt, in puncto Verarbeitung, Fahrwerk und der Qualität der Kunststoffteile nicht die Erwartungen erfüllt, die man angesichts des stolzen Preises von 6.650 € als Kunde erwarten würde. Noch weniger verständlich (vom hohen Preis abgesehen) erscheint der in den Presseunterlagen angeführte Vergleich mit den BMW M-Modellen oder den S bzw. RS Baureihen von Audi.
Überraschend auch, dass anstelle einer mehrjährigen Garantie nur die gesetzliche Gewährleistung von 2 Jahren serienmäßig angeboten wird. Der versprochene „Fahrspaß“ könnte damit sehr schnell verfliegen. Da würde es IO-Lenkern auch nichts helfen, wenn sie – wie die IO-Hersteller behaupten – bei einer Jahreskilometerleistung von 3.000 km „400 € gegenüber einem klassischen Verbrennungsmotor einsparen können“. Möglicherweise alles Erkenntnisse, die eine europäische Vertriebspartnerschaft von Kraemmer mit Alcar noch vor dem Start scheitern ließen.
