1,9 % Umsatzwachstum und 2,5 % Umsatzrendite sind für Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Bosch-Geschäftsführung, schlicht „unbefriedigend“. Kein Wunder: Laut strategischer Vorgabe sollten eigentlich 8 % Rendite erwirtschaftet werden. Um sich diesem Wert zu nähern, setzt der Konzern heuer auf harte Einsparungen und Zurückhaltung in Sachen Investitionen und Übernahmen. Denner spricht von einer „Zeit schwieriger, wenn auch notwendiger Entscheidungen“, will aber „möglichst ohne betriebsbedingte Kündigungen“ auskommen. Fix ist die Trennung vom größte Sorgenkind, der Solartechnik: Aufgrund des verheerendes Preisverfalls bei Photovoltaikzellen hat alleine sie 2012 das EBIT um rund eine Milliarde nach unten gedrückt.

 

Für heuer erwartet Denner „keinen konjunkturellen Rückenwind“. Dennoch sollen die Sparmaßnahmen Wirkung zeigen: „Wir erwarten ein Umsatzwachstum von 2 bis 4 %, unser operatives Ergebnis werden wir erheblich verbessern.“

 

Insgesamt konnte Bosch im vergangenen Jahr 52,5 Mrd € Umsatz sowie ein EBIT von 1,3 Mrd € erwirtschaften. Davon entfielen 31,1 Mrd € Umsatz und 1,4 Mrd € EBIT (die Differenz zum niedrigeren Ergebnis des Gesamtkonzerns erklärt sich durch die hohen Solar-Verluste) auf die Kfz-Technik. Zuwächse gab es vor allem in den USA und Asien, während der für die Kfz-Sparte verantwortliche Geschäftsführer Dr. Bernd Bohr in der EU einen Rückgang der Autoproduktion um 5 % verkraften musste. Weltweit sank zudem die Fertigung schwerer Nutzfahrzeuge um 11,5 %.

 

Heuer erwartet Bosch einen weltweiten Anstieg der Fahrzeugproduktion um lediglich 6 %. Dennoch sieht man Wachstumschancen – und zwar vor allem im „Internet der Dinge und Dienste“, vom „intelligenten“ Heizkessel bis hin zur Kommunikation zwischen einzelnen Fahrzeugen. Ein komplett selbstfahrendes Auto erwartet Bohr zwar „nicht in den nächsten 2 Dekaden“, doch der Weg dorthin sei vorgezeichnet: „Teilautomatisiertes Fahren in überschaubaren Verkehrsverhältnissen ist schon in der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts realistisch.“