Prof. Dr. Willi Diez skizziert in seiner jüngsten Studie „Zeitenwende im Automobilservice“ für die Kfz-Betriebe einen bereits rückläufigen Markt. Von dieser Entwicklung sind gleichermaßen gebundene und freie Werkstätten betroffen. Beide Gruppen treten untereinander zunehmend in Konkurrenz, beobachtet der Vorstand am Institut für Automobilwirtschaft in Nürtingen.
Industriekreise, die sowohl in der Erstausrüstung als auch im Ersatzbedarf zurzeit einen geradezu stürmischen Geschäftsverlauf registrieren, rechnen im 2. Quartal 2011 mit einem spürbaren Umsatzeinbruch. Verhalten fällt auch die Investitionsbereitschaft in der Werkstattausrüstung aus, spüren die Anbieter die Unsicherheit im Markt.
Zwar werden nach wie vor rd. zwei Drittel der Bruttoumsätze in Autohäusern aus dem Werkstatt- und Teilegeschäft erzielt, doch ist die Zahl der Aufträge insgesamt rückläufig, legt Diez im Grundsatz diesen Trend auch Österreich zugrunde.
Während Automobilhersteller Kunden durch Garantieverlängerungen länger an die Marke binden und verstärkt Fahrzeuge aus den Segmenten 2 und 3 für das eigene Vertriebsnetz akquirieren, greifen freie Betriebe und Werkstattsysteme durch Professionalisierung, Netzverdichtung und Preisoffensiven nach dem Segment 1.
Diez: „Bei aller Rivalität sind freie und vertragsgebundene Werkstätten auch Partner, braucht es bei komplizierten Reparaturen oder im Bereich des Teilehandels eine funktionierende Kooperation.“
Dem Service im nahenden Elektrozeitalter räumt die Studie großen Stellenwert ein. Doch Diez dämpft übertriebene Renditeerwartungen, denn Umstellungen der Servicebetriebe zur Wartung und Reparatur von E-Mobilen bedingen erhebliche Investitionen.
