Gruner + Jahr begibt sich für rd. 15 oder gar 20 Mio. € einem einzigen Werbekunden in die Hände, um Toyota in seiner ganzen Alleinstellung als Marke zu präsentieren. Da machen „die Ohren“ der ausgebooteten Werbekunden tatsächlich „Augen“.
Zunächst gratulieren wir Toyota zu diesem Coup, wie sie ihren Auris Hybrid ankündigen. Allerdings gewinnt man den Eindruck, nur Stern-Leser sind Toyota-Fahrer. Deutschlands Händlerverbandspräsident Burkhard Weller begrüßt die Aktion, schließlich würden auch er und seine Händler ein „Feuerwerk an Unterstützung“ erfahren. Das Medienfeuerwerk werde in der zweiten Jahreshälfte verbreitert, um die Kraft von Toyota zu dokumentieren, erzählt er ganz aufgekratzt. Spätestens 2011 sieht sich Weller und sein Gefolge mit Toyota in der Kundengunst wieder im Aufwind.
Toyota Frey Austria will sich auf Anfrage zur deutschen Werbestrategie nicht äußern, jedoch werde es in Österreich eine derartige Werbeform nicht geben.
Die Wettbewerber von Toyota attestieren Realitätsferne und die Anzeigenabteilung von Gruner + Jahr wird die Verweigerung anderen Inserenten gegenüber als gefährlichen Unsinn zu spüren bekommen. Es nützt auch nichts, wenn Chefredakteur Thomas Osterkorn in seinem Editorial vorauseilend die Unabhängigkeit seines Blattes bei der Berichterstattung festschreibt.



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