Punktueller Anlass für die Kündigung der Mitgliedschaft war ein Zeitungsinterview von ZDK-Präsident Robert Rademacher, in dem dieser die von Konsumentenschützern eingebrachte Klage gegen die „lebenslange Garantie“ von Opel begrüßt. „Wenn die Wettbewerbszentrale das nicht aufgegriffen hätte, dann hätten wir als ZDK selbst geklagt“, so Rademacher in dem Artikel der „FAZ“.
Für Albert Still, Gründer und Aufsichtsratsvorsitzender der auch in Österreich aktiven AVAG, ist der daraufhin erklärte Austritt eine „durchaus angemessene Reaktion“, zumal man schon in der Vergangenheit mit der Arbeit des ZDK nicht glücklich gewesen sei. Dies betreffe vor allem das „gescheiterte“ Lobbying für den Mehrmarkenvertrieb und die Händlerschutzrechte: „Der Spagat zwischen den Interessen der kleinen freien Werkstätte und der großen Gruppe, den das ZDK machen muss, ist enorm. Das hat sich bei der Diskussion um die Verlängerung der GVO deutlich gezeigt.“
Still hegt Sympathien für einen „Fabrikatshändlerverband“, der die ähnlich gelagerten Interessen von Markenbetrieben bündelt. Ähnliche Überlegungen werden auch in Österreich immer lauter: Die verordnete gemeinsame Vertretung auseinanderdriftender Interessen – auf die Spitze getrieben im kammerinternen „Interessenausgleich“ von Importeuren und Einzelhändlern – stoße immer stärker an ihre Grenzen, lautet die Kritik aus der Branche.
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