Es ist, als ob – man verzeihe den trivialen Vergleich aus der Fußballwelt – ein Erz-Austrianer in Wien nach 40 Jahren zum Stadtrivalen Rapid wechseln würde, nur noch viel, viel folgenreicher: Denn mit Hans Demant, der erst vor wenigen Tagen sein Ausscheiden aus dem GM-Konzern bekannt gegeben hatte, haben sich die Wolfsburger ein Opel-Urgestein geangelt.
38 Jahre lang hatte der gebürtige Wiesbadener bei der Marke mit dem Blitz gearbeitet – zuerst als Entwicklungs- und Projektingenieur, ab 1999 als Entwicklungsvorstand und vom Jahr 2004 an als Vorstandsvorsitzender.
Erst als der von GM eingesetzte Nick Reilly heuer im Jänner die Opel-Führung übernahm, wurde Demant entmachtet und musste sich fortan um den nicht gerade prestigeträchtigen „Schutz der weltweiten Markenrechte von General Motors“ kümmern. Dass das kein adäquater Job für den 59-Jährigen ist, war allen klar – und auch der Spitze des VW-Konzerns bewusst.
Kein Wunder, dass man den unzufriedenen und gekränkten Demant umwarb, letztlich mit Erfolg. Ab 1.10. übernimmt der Ex-Opel-Chef die Koordination internationaler Projekte der Volkswagen Aktiengesellschaft und wird direkt an Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn berichten.
Man kann nur hoffen, dass die Sache besser ausgeht als 1993: Damals hatte Ferdinand Piëch den GM-Chefeinkäufer José Ignacio López de Arriortúa nach Wolfsburg geholt. Der rückte gleich mit einem Stab an Mitarbeitern und einigen vertraulichen Dokumenten an – etwas, das man dem als korrekt beschriebenen Demant aber doch nicht zutraut.



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