In ihrer Konzernsprache verfügt Volkswagen über „keine eigenen Niederlassungen und plant dies auch nicht“, erklärte Volkswagen AG offiziell und in aller Deutlichkeit auf Anfrage der deutschen Zeitung „Automobilwoche“.
Sollen mit dieser Aussage jene geblendet werden, die den Markt nicht kennen oder baut man im VW-Konzern Ereignissen vor, die zurzeit für Außenstehende noch im Nebel verborgen liegen?
Über die werkseigene Volkswagen Retail (VRG) werden rd. 50 Handelsbetriebe unterschiedlicher Größe in 10 deutschen Ballungsräumen betrieben. Hinzu zählen rd. 30 Betriebe der MAHAG im Raum München und Ulm sowie Berlin. Lediglich Nürnberg, Köln und Düsseldorf fehlen noch in der Marktabdeckung. „Eine Veränderung der Anzahl der Betriebsstätten ist aktuell nicht geplant“, textet der Wolfsburger Konzern dem Fachblatt weiter ins Interview. Damit wickeln sie locker 70 % ihres Deutschlandgeschäfts ab, taxieren Insider die Größenordnung des werkseigenen Einflusses.
Spätestens 2011 mit dem geplanten Einstieg bei der Porsche Holding Salzburg hat Winterkorn mit Porsche Inter-Auto (PIA) im speziellen den 51. Handelsbetrieb unter seinen Fittichen. Und was für einen: Mit PGA im Portfolio pflegt der österreichische Autohandelsriese freilich auch den Fremdmarkenvertrieb in Frankreich, den Niederlanden und Polen und in Griechenland zusätzlich das Importgeschäft mit Renault/Dacia.
De jure ist die konzerneigen(willig)e Unterscheidung zulässig. Die Verunsicherung im Kreise seiner freien Händlerschar, der VW-Konzern könnte seine eigene Vertriebspolitik weiter vorantreiben, wird durch solche Sprachübungen verstärkt. De jure und de facto gehört eh alles dem Mutterkonzern.
