Was treibt einen Importeurs-Manager dazu, einen international bekannten Opernstar vor das Festspielhaus zu bitten, um die Dame mit einem Produkt des Hauses abzubilden? Ist es die Sehnsucht, das eigene Konterfei neben der hübschen Dame in diversen Gazetten abgelichtet zu sehen? Vielleicht der Wunsch, dem Hersteller in München zu zeigen, welch ganzer Kerl man ist? Oder nur die Hoffnung, dass man dem Mitbewerber mit den vier Ringen, der sich das Sponsoring der Salzburger Festspiele seit Jahren einen hohen Geldbetrag kosten lässt, eins auswischt?
Wahrscheinlich ist es die Mischung aus all diesen Dingen, doch einen guten Dienst hat BMW-Österreich-Chef Dr. Gerhard Pils der Branche mit dem Netrebko-Bild samt X6 und Blumenstrauß nicht getan.
Es kann gut sein, dass BMW den Mitbewerber nachhaltig verärgert hat, denn üblicherweise respektiert man den jeweiligen Sponsoring-„Schrebergarten“ des anderen – ganz egal, ob es sich um Sport oder Kunst handelt.
Bewundernswert die Ruhe, wie Audi-Sprecher Mag. Hermann Becker die ganze Sache in seiner stets diplomatischen Art kommentiert. Ein Satz, mehr nicht: „Ich bin mir ziemlich sicher, dass das die Stimmlage der Frau Netrebko nicht beeinflussen wird.“
