Dass die Autohäuser an der Umsetzung des novellierten Immissionsschutzgesetzes-Luft mitwirken müssen, ist an und für sich zynisch. Schließlich stehen Ihnen Millionenverluste ins Haus, wenn populistische Landesfürsten mit voreilig erlassenen Fahrverboten den Gebrauchtwagenbestand entwerten. Außerdem ist der von Berlakovich genannte Betrag von 15 Euro viel zu gering: Eine seriöse Abgasüberprüfung muss ein Vielfaches davon kosten.
Über das Geld anderer Leute zu bestimmen, ist ein grundlegender Charakterzug unserer Politikerkaste. Doch die Wut, die das typische „Drüberfahren“ bei den Betroffenen provoziert, verhindert einen konstruktiven Umgang mit dem Thema.
Schade: Denn wenn das unglückselige – und für die Umwelt wirkungslose – Immissionschutzgesetz schon in Kraft tritt, warum es nicht für anständig bezahlte, regelmäßig wiederkehrende Abgasuntersuchungen nützen? Die sind ein Anliegen der Branche, seit das jährliche „Pickerl“ in einer anderen ministeriellen Nacht- und Nebelaktion abgeschafft wurde. Jetzt bietet sich die einmalige Chance, diesem Frequenzbringer neues Leben einzuhauchen.