In der 1. Juli-Dekade 2010 weist das Pkw/Kombi-Neuzulassungsergebnis ein Minus von nahezu 35 % zum Vorjahr auf. Das ist statistisch weiter nicht schlimm, kaufen die österreichischen Autofahrer ihre Neuwagen grundsätzlich immer erst in den letzten Tagen eines Monats und dann zu Rekordstückzahlen. Das ist wie beim WM-Turnier der Cup der guten Hoffnung. Zu Turnierschluss steht der Sieger fest. Wie er dorthin gelangte, fragt keiner. Aus Liebe zum Rabattspiel und längst, wenn die eigene Wunschmarke aus Budgetgründen rausgeflogen ist, mutieren viele Fans zu neuer Markenidentität. Alle Marken sind da mittendrin in diesem Spiel.
Im Gegensatz zum Fußball gibt es keine Zeitlupe und keinen Schiedsrichter, der im Statistikspiel bei groben Regelverstößen eine gelbe oder gar rote Karte zücken könnte. Jeder foult jeden, Hauptsache die Stückzahl ist Monat für Monat im Kasten. Und so wie die FIFA-Granden verwehren sich viele Importeure jeder modernen Überprüfungsmöglichkeit. Jeder sieht das Abseitsvergehen oder verdeckte Foul des anderen. Geahndet wird es meistens nicht.
Das ist ein Beispiel, wie wirtschaftliche Selbstbestimmung mit den Füßen getreten wird, während man sonst die Vielfalt der Marken feiert.
BMW hat seine Jahresziele für Absatz und Ergebnis „überraschend“ angehoben, lautet eine Ad-hoc-Mitteilung aus München, dass der Jahresabsatz auf 1,4 Mio. Neuwagen steigen soll. Die EBIT-Marge der Autosparte soll auf über 5 % steigen. Konkurrenten feilen an ihren Wachstumsprognosen.
Somit wird im Stadion voller Neuzulassungen der Ball weiter nie ruhen. Die Ausfallsquote der den Erfolg gestaltenden Repräsentanten im Handel indes wird immer größer.
