Tatsächlich sind Kurzzulassungen nicht das einzige Übel, an dem die Autobranche krankt. Satte Rabatte, die durch bewusst zu hoch angesetzte Listenpreise erst ermöglicht werden, sind ein ebenso bedauerliches Phänomen. Die Folgen sind die gleichen: In der Wertschöpfungskette Autohandel wird weniger verdient. Dass Werke und Importeure bei der Wahrung der Erträge an einem längeren Hebel sitzen als der lokale Handel, liegt auf der Hand.
An diesem Phänomen ist so lange nichts zu ändern, als es in der europäischen Automobilindustrie Überkapazitäten von 30 % oder noch mehr gibt. Sehr wohl kann man aber den künstlich geschaffenen Nebel lichten, der all diese Vorgänge umgibt. Deutschland macht es vor: Dort zeigt die Statistik, dass der Anteil der Händlerzulassungen am gesamten Pkw-Markt im Juni von 9,3 auf 19,8 % hochgeschnellt ist.
Hierzulande stoßen jene Importeure, die sich – auch in puncto Exporte – transparentere Statistiken wünschen, bei ihren Kollegen dagegen auf taube Ohren. Doch Weiterwursteln ist keine Lösung: Es ist höchste Zeit für ein Umdenken.